Sieg verpasst- FCB trennt sich 2:2 vom 1. FC Köln II
Der 1. FC Bocholt hat am 15. Spieltag in der Regionalliga West den nächsten Punkt eingefahren und sich mit einem 2:2 (0:1)-Remis von der Zweitvertretung des Bundesligisten 1. FC Köln getrennt. Das Team von Cheftrainer Guerino Capretti drehte dabei einen Rückstand durch Tore von Arnold Budimbu (57.) und Malek Fakhro (72.), konnte sich jedoch durch den späten Ausgleich nicht für die leidenschaftliche Performance belohnen.
Capretti änderte die Startelf gegenüber dem 3:3-Remis in der Vorwoche gegen den VfL Bochum II auf zwei Positionen. Für den gelbgesperrten Patrick Kurzen sowie Gianluca Swajkowski, der zunächst von der Bank aus zusehen musste, standen Ozan Hot und Filip Ilic nach überstandener Verletzungspause wieder in der Anfangsformation.
Bei toller Flutlicht-Atmosphäre begann der FCB vor 2.811 Zuschauern im praemium Park am Hünting vom Anpfiff an druckvoll und erspielte sich in den ersten acht Minuten drei Eckbälle durch stark hervorgetragene Angriffe über den rechten Flügel, wo Marvin Lorch gemeinsam mit Ilic in der Anfangsphase ordentlich aufdrehte – bei Tim Krohns Abschluss aus 17 Metern musste Gäste-Keeper Mikolaj Marutzki sich mächtig strecken, um das Leder aus dem Eck zu fischen (8.).
Nach einer knappen Viertelstunde hatten die Domkicker die Bocholter Druckphase überstanden, Top-Scorer Nilas Yacobi meldete sein Team prompt mit einem sehenswerten Pfostenkracher von der linken Strafraumkante im Spiel an (13.).
Und die Schwatten? Machten auf der Gegenseite mit der nächsten Großchance weiter, Benjamin Friesen scheiterte jedoch in letzter Instanz an Marutzki, nachdem er zuvor Routinier Marvin Ajani gekonnt den Ball abgenommen hatte (14.). Friesens Einsatz in dieser Situation war sinnbildlich für den Auftritt des FCB zu Beginn der Partie, denn vom Pressing sowie der Intensität in den Zweikämpfen präsentierte sich die Mannschaft so, wie Capretti es zuvor gefordert hatte. Bocholt blieb auch weiterhin spielbestimmend, ohne zwingend gefährlich zu werden.
Nach einer guten halben Stunde verlagerten sich die Kräfteverhältnisse jedoch, denn die Kölner übernahmen das Zepter und sorgten gleich für den ersten Schockmoment aus Bocholter Sicht. Nachdem Yacobi Routinier Marvin Ajani in Szene gesetzt hatte, fasste der sich ein Herz und versenkte den Ball aus gut 20 Metern im linken Toreck – eine Führung aus dem Nichts zu dem Zeitpunkt im Spiel (30.). Für Filip Ilic sowie Ozan Hot war kurz danach Schluss, Capretti nahm einen Doppelwechsel vor und brachte Gianluca Swajkowski und Lennart Garlipp ins Spiel.
Es dauerte auch nicht lange, da sollte sich die Hereinnahme von Garlipp bereits bezahlt machen. Schön auf die Reise geschickt von Tim Krohn, provozierte Bocholts Nummer 15 im Zweikampf mit Keeper Marutzki, dass der sich außerhalb des Strafraumes als letzter Mann zu einem Handspiel hinreißen ließ, woraufhin Schiedsrichter Kristijan Rajkovski nicht lange überlegen musste und ihn mit der roten Karte vorzeitig zum Duschen schickte (34.). Beim folgenden Freistoß von Tim Krohn konnte sich Simeon Castano Bader, der Marutzki zwischen den Pfosten ersetzte, gleich auszeichnen und musste abtauchen (37.). Kurz vor dem Pausenpfiff hatte Garlipp dann den letzten Pfeil im Köcher, zielte aus 18 Metern aber links neben das Gehäuse (39.).
Coach Capretti nahm zur Halbzeitpause keinen Wechsel vor, Gäste-Trainer Manuel Hartmann brachte Innenverteidiger Assad Kotya Fofana für Angreifer Krystian Irmiev neu ins Spiel. Kölns Abwehrrecke sollte sich über mangelnde Beschäftigung nicht beschweren können, denn Bocholt legte direkt gut los und setzte den „Effzeh“ mächtig unter Druck. Zunächst flogen mehrere Flanken in den Kölner Strafraum, dann war es Malek Fakhro, dessen Kopfball über den Querbalken strich (47.), und sowohl Arnold Budimbu (50.) als auch Lorch mit einem Zirkler neben den Pfosten (53.) verfehlten das Ziel.
Der Ausgleich im praemium Park am Hünting lag in der Luft, und Bocholt drückte weiter aufs Gaspedal. Als Marvin Lorch in der 57. Minute einen Abschluss stark antäuschte und Budimbu mustergültig bediente, fackelte der nicht lange und erzielte mit einem tollen Distanzschuss den überfälligen 1:1-Ausgleich – Budis erster Saisontreffer. Das Stadion ging jetzt voll mit, es entwickelte sich ein richtiger Flutlicht-Fight, und der FCB bestimmte die Musik.
Nach seinem Tor war es zunächst zweimal Budimbu, der aus aussichtsreicher Position per Freistoß scheiterte, doch in der 72. Spielminute war der Bann gebrochen und Budimbu erneut mittendrin. Seine perfekt getretene Ecke fand den Kopf von Malek Fakhro, der mit seinem neunten Saisontor für grenzenlosen Jubel unter den Bocholter Fans sorgte und so die Partie drehte (72.).
Hungrig auf mehr und mit dem dritten Treffer im Blick blieb Bocholt auch in der Schlussphase vollkommen fokussiert, hielt die Gäste vom eigenen Tor weg und wollte die Vorentscheidung.
Der kurz zuvor eingewechselte Luca Puhe hatte die Riesenchance auf den Fuß, grätschte die Kugel aber neben das Tor (79.). Doch Köln blieb im Spiel und verpasste dem FCB drei Minuten vor dem Spielende den zweiten Nackenschlag. Routinier Niklas Hoffmann war es dabei vorbehalten, nach einem Eckball von Nilas Yacobi zum 2:2-Endstand abzustauben. Der 29-jährige Mannschaftskapitän behielt im Durcheinander einen kühlen Kopf und stand am zweiten Pfosten goldrichtig (87.). Angetrieben vom Publikum versuchten die Bocholter noch mal alles und Puhe (90.) sowie Swajkowski (90.+5) hätten noch mal auf 3:2 stellen können, doch am Ende blieb es beim Remis.
1. FC Bocholt
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1. FC Köln
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