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Foto: Monika Gajdzik

Profis
Freitag, 23.10.2026 | Daniel Oenning

Heimsieg bestätigen- FCB trifft auswärts auf VfL Bochum II

Am vergangenen Wochenende feierte der 1. FC Bocholt durch den 1:0-Erfolg über die SF Lotte den zweiten Heimsieg der laufenden Saison und blieb obendrein endlich mal wieder ohne Gegentreffer.
Nun geht es für die Schwatten am 14. Spieltag der Regionalliga West auswärts darum, den Dreier aus dem praemium Park am Hünting zu bestätigen.
Zu Gast ist die Mannschaft von Cheftrainer Guerino Capretti am kommenden Samstag (14 Uhr) in der Herner Mondpalast Arena bei der U23 des Ruhrpott-Traditionsclubs VfL Bochum.

Sechs Zweitvertretungen von Bundesligisten sind derzeit in der Regionalliga West vertreten; für den FCB ist das Duell mit den Bochumern bereits das vierte dieser Art in der aktuellen Spielzeit.
An sich kein ungewöhnlicher Vorgang – doch die Reserve des Tabellen-16. der 2. Bundesliga hat eine spezielle Geschichte hinter sich. Denn im Grunde genommen ist diese Mannschaft brandneu:
Nach der Saison 2014/15 stand für den VfL II der sportliche Abstieg aus der Regionalliga West fest. Die Verantwortlichen um den damaligen Sportvorstand Christian Hochstätter meldeten das Team daraufhin komplett vom Spielbetrieb ab. Hochstätter begründete diesen Schritt seinerzeit damit, dass zu wenig Akteure aus der U23 den Sprung zu den Profis schafften und talentierte U19-Kicker eher direkt in die erste Mannschaft aufstiegen. Ein weiterer wesentlicher Grund war damals die Einsparung von geschätzten 1,5 Millionen Euro.

Exakt zehn Jahre strichen ins Land, ehe im Frühjahr 2024 die Entscheidung fiel, ab der Spielzeit 2024/25 wieder eine Reserve ins Rennen zu schicken. Verantwortlich dafür zeichneten der damalige Präsident Hans-Peter Villis und Sport-Geschäftsführer Patrick Fabian.
Nach langen, hitzigen Diskussionen wurde die Mannschaft direkt in die Oberliga Westfalen eingruppiert und bereits in der Comeback-Saison gelang als Tabellenzweiter hinter den Sportfreunden Siegen die direkte Rückkehr in die Regionalliga West.
Macher des Erfolges ist Coach Heiko Butscher. Zusammen mit seinem Co-Trainer Frank „Funny“ Heinemann kommt er auf genau 300 Pflichtspiele als Spieler für die Blau-Weißen und genießt in Fankreisen an der Castroper Straße hohes Ansehen. Auf Führungsebene steht ihm seit Sommer 2025 mit Pablo Thiam enorme Expertise zur Seite: Thiam leitet das Bochumer Talentwerk, absolvierte 311 Bundesliga-Partien und wurde 2003 deutscher Meister mit dem FC Bayern München.
Gemeinsam stellten sie ein hochtalentiertes Ensemble mit viel VfL-DNA auf die Beine, das nach Aufstieg und Klassenerhalt (Rang 14 in der Saison 2025/26) weiter gezielt verstärkt wurde. Dabei legten Thiam und Co. das Augenmerk zwar standesgemäß auf Youngster aus dem eigenen Nachwuchs, verpflichteten jedoch auch erfahrene Kräfte. So wechselte mit Maximilian Dittgen ein Offensivallrounder vom Drittligisten MSV Duisburg nach Bochum, der auf 98 Einsätze sowie zehn Tore in der zweiten Bundesliga zurückblicken kann. Auch Till Winkelmann hat – trotz seiner erst 21 Jahre – schon in der Jugend des italienischen Serie-A-Clubs US Lecce gespielt und erste Erfahrungen im Seniorenbereich beim US Foggia gesammelt.

Insgesamt acht Akteure aus der eigenen U19 schafften den Sprung zu den Senioren. Lirim Jashari kehrte nach seiner Leihe zum niederländischen Club MVV Maastricht zurück, ebenso endete das Leihgeschäft von Jan Nzeba-Bost zu RW Ahlen. Unterm Strich durfte das Duo Butscher/Heinemann zwölf Neuzugänge begrüßen, während dreizehn Akteure den Verein verließen.
Nachdem im Vorjahr die Rettung glückte, richtet sich der Blick des VfL-Nachwuchses auch in dieser Spielzeit wohl erneut gen Tabellenkeller – derzeit belegt der Revierclub mit 14 Zählern den 13. Rang. Doch Vorsicht ist geboten: Mit einem Dreier könnte die Butscher-Elf am FCB (16 Punkte auf Rang elf) vorbeiziehen. Im letzten Spiel brannte die Zweitvertretung jedenfalls ein wahres Feuerwerk ab: Auswärts beim SV Rödinghausen fielen satte elf Treffer, am Ende setzte sich Bochum im Häcker-Wiehenstadion mit 6:5 durch.

Pre-Match-PK: VfL Bochum II (A)

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Ein Resultat, das zweifellos Rückenwind verleiht. Das weiß auch FCB-Coach Guerino Capretti, der speziell vor der gegnerischen Offensive warnt und Bezug auf das Torspektakel nimmt: „Das heißt, in der Offensive sind sie sehr stark, gerade auf den Flügeln mit Outstanding-Spielern besetzt. Es sind alles gut ausgebildete Akteure, die frech und mutig sind“, erklärt Capretti und ergänzt: „Das Spiel kann wild werden, ein Spiel, das hin und her geht. Ich gehe davon aus, dass wir situativ angegriffen und hoch gepresst werden.“
Beste Scorer im Team der Gastgeber sind Aurel Wagbe, der mit einer überzeugenden Physis agiert und vier Treffer sowie zwei Assists verbuchen konnte, sowie Ciwan Günes (fünf Tore, eine Vorlage).
Aus dem Kader der Schwatten weisen Torhüter Paul Grave und Mittelfeldallrounder Maximilian Jansen eine Vergangenheit "Anne Castroper" auf – beide entstammen der Bochumer Jugend und machten beim VfL ihre ersten Schritte im Seniorenbereich.
Capretti legte den Schwerpunkt unter der Woche erneut auf das Pressingspiel seiner Mannschaft, da es am Samstag genau darauf ankommen wird. Bocholts Coach sieht seine Elf in einer sehr guten Verfassung und zeigt sich zufrieden mit den Einheiten: „Ich hoffe, dass die Jungs aus dem 1:0 gegen Lotte auch etwas Selbstvertrauen geschöpft haben. Den Eindruck hatte ich, und ich sehe es jeden Tag im Training. Siege tun immer gut und die Spieler geben mir das Gefühl, dass es weiter vorwärtsgeht.“ Er betont zudem, dass sein Team weiter kleine Schritte machen muss und der jüngste Erfolg nur der erste gewesen sein soll. „Dann wollen wir den nächsten Schritt machen“, so Capretti, der mit der Marschroute nicht hinterm Berg hält: „Wir müssen uns in alles reinwerfen, was da irgendwie rumläuft. Im Pressing schlau sein, unnötige Meter vermeiden. Bochum will Fußball spielen und die Lust daran wollen wir ihnen nehmen. Es wird wichtig sein, dass wir leidenschaftlich mit und gegen den Ball agieren.“
Die beiden Kräftemessen der abgelaufenen Saison waren zugleich die ersten Pflichtspiele überhaupt zwischen den Bochumern und dem 1. FC Bocholt. Am Hünting behielt der FCB am 13. Spieltag mit einem souveränen 3:1 die Oberhand, im Vonovia-Ruhrstadion feierte Bochum einen 3:2-Heimsieg.

Personell kann Capretti am Samstag wieder auf Gianluca Swajkowski zurückgreifen, der seine Gelbsperre abgesessen hat. Stipe Batarilo-Cerdic hatte zu Beginn der Woche noch mit leichten Wadenproblemen zu kämpfen, bei ihm gab die medizinische Abteilung aber bereits grünes Licht. Einen Kaderplatz für Filip Ilic wollte Capretti maximal nach dem Abschlusstraining bewerten.

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