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Foto: Monika Gajdzik

Profis
Freitag, 02.10.2026 Uhr | Daniel Oenning

Spitzenspiel am Hünting- FCB empfängt den FC Gütersloh

Nach der zweiten Mannschaft von Borussia Dortmund bekommt es der 1. FC Bocholt am 11. Spieltag in der Regionalliga West mit dem nächsten Großkaliber zu tun. Zu Gast im praemium Park am Hünting ist am Samstag (14 Uhr) der Tabellenvierte FC Gütersloh.

Dass die Mannschaft von Cheftrainer Julian Hesse mit vielen Vorschusslorbeeren in die Saison gestartet ist und bei einigen Experten auf dem Titelanwärter-Ranking ziemlich weit oben zu finden war, kann sich der FCG durch gute Arbeit in den vergangenen Jahren stolz auf die Fahne schreiben. Lange Zeit war der ehemalige Zweitligist krisengeschüttelt, und finanzielle Probleme sorgten dafür, dass auch im sportlichen Bereich die Oberliga Westfalen das absolute Hoch der Gefühle war im NRG24 Stadion im Heidewald, im Volksmund nur Heidewald genannt.

Erst als Coach Hesse Anfang des Jahres 2019 das Ruder vom zurückgetretenen Dennis Brinkmann übernahm und die Geschicke beim FCG gemeinsam mit dem niederländischen Ex-Profi Rob Reekers lenkte, ging es sportlich rasant aufwärts. 2022/23 wurde im Heidewald die große Aufstiegssause gefeiert, ein Jahr später mit Tabellenplatz 13 der Klassenerhalt in der Regionalliga West als bester Aufsteiger.

Rund um den FCG entstand eine große Euphorie, und gemeinsam mit der Unterstützung der Fans entwickelte sich die Hesse-Elf zu einer absoluten Spitzenmannschaft, belegte in ihrer zweiten Saison gar den zweiten Platz und wurde Vizemeister hinter dem MSV Duisburg – in der abgelaufenen Spielzeit belegten die Gütersloher Rang vier.

Patrick Twardzik, der aktuell bei elf Toren und vier Assists aus zehn Partien steht, ist der Topscorer der Mannschaft, und um ihn herum wurde eine homogene Einheit geformt, die auf jeder Position mit individueller Qualität besetzt ist. So war es vor der Saison auch gar nicht mal nötig, viele Transferbewegungen im Kader vorzunehmen; Reekers und Co. nahmen fünf Optimierungen auf der Zugangsseite vor.

Als Königstransfer ist sicherlich Phil Beckhoff zu nennen, der nach einer Saison beim Drittligisten SSV Jahn Regensburg in den Heidewald zurückgekehrt ist. Beckhoff steuerte gleich zwei Treffer und vier Assists bei, fällt nun aber mit einer Oberschenkelverletzung aus. Als Neuzugang zu sehen ist indes auch Mittelfeldabräumer und Routinier Björn Rother, der nach neunmonatiger Verletzungspause wieder zum Kader gehört und erste Spielminuten sammelte. Der Dritte im Bunde, der reichlich Erfahrung mit nach Gütersloh bringt, ist Kevin Hingerl – er lief bereits in der Dritten Liga auf und soll die Defensive stabilisieren. Neun Akteure verabschiedeten sich nach der letzten Saison aus Gütersloh.

Pre-Match-PK: FC Gütersloh (H)

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FCB-Cheftrainer Guerino Capretti warnt ausdrücklich vor den Gästen: „Eine Mannschaft, die gut funktioniert. Sie haben klare Strukturen sowie Zuständigkeiten im Team, wollen den Gegner auf einer Seite halten und dann eiskalt zustechen“, sagt Bocholts Coach und führt aus: „Das wird eine gute Aufgabe, eine gute Herausforderung für uns, der wir uns stellen wollen. Gütersloh ist ein Brett, definitiv. Und dagegen werden wir mit allem angehen, das wir haben.“

An den Hünting reist der Tabellenvierte mit zuletzt drei sieglosen Partien im Gepäck, weshalb der Schalter in Bocholt wieder umgelegt werden soll. Im letzten Heimspiel setzte es für die Hesse-Elf eine empfindliche 1:3-Niederlage gegen die Zweitvertretung des SC Paderborn. Für Capretti besteht genau darin eher eine Gefahr als ein Vorteil für seine Elf: „In solchen Phasen müssen wir noch mehr aufpassen. Wenn die Erfolgsergebnisse fehlen, sind die Sinne beim FCG noch geschärfter, sie werden automatisch mehr Gas geben. Das ist bei uns ja ähnlich.“

In der Geschichte des 1. FC Bocholt sowie des FC Gütersloh trafen beide Clubs immer wieder aufeinander, sogar Duelle in der Zweiten Bundesliga Nord sind in den Chroniken zu finden. In der Regionalliga West liest sich die Bilanz der Schwatten gegen den FCG allerdings noch eher bescheiden, denn für den FCB gab es einen Sieg sowie ein Remis bei vier Siegen der Gütersloher.

Den Bocholter Fans wird gerade das Hinspiel der vergangenen Saison in unangenehmer Erinnerung geblieben sein, denn in Gütersloh ging der FCB mit 3:6 unter. Im Rückspiel trennten sich die Teams am Hünting mit einem torlosen Remis.

Aus dem Bocholter Lager hat ein wichtiger Protagonist eine Gütersloher Vergangenheit, nämlich kein Geringerer als Chefcoach Guerino Capretti. In der Saison 2004/05 lief er in 22 Partien für den FCG in der Oberliga Westfalen auf und erzielte zwei Tore – nach der Saison ging es für ihn zum Ligakonkurrenten SC Delbrück, wo er dann drei Jahre verbrachte.

Mit seiner Mannschaft legte Bocholts Cheftrainer den Schwerpunkt im Training unter der Woche auf die Defensivarbeit in allen Mannschaftsteilen. Die Anzahl der Gegentore muss drastisch verringert werden, und Capretti ist guter Dinge, dass damit am Samstag schon begonnen wird: „Es ist wichtig, dass wir wissen, wann und wo wir pressen, wir als Kollektiv defensiv besser verteidigen und gallig in den Zweikämpfen sind. Ich hatte ein gutes Gefühl in dieser Trainingswoche, die Jungs sind bereit.“

Nicht mithelfen können gegen den FC Gütersloh wird Mittelfeldakteur Filip Ilic – er verletzte sich im letzten Spiel und fällt vorerst aus.

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