Niederrheinpokal- FCB zu Gast beim DV Solingen
Raus aus dem Liga-Alltag, der Pokal steht auf der Agenda. Am Mittwoch trifft der 1. FC Bocholt in der ersten Runde des Niederrheinpokals auswärts auf den Landesligisten DV Solingen. Angepfiffen wird die Partie an der Zietenstraße von Schiedsrichter Emircan Kandemir um 19:30 Uhr.
FCB-Chefcoach Guerino Capretti freut sich auf die Begegnung und hat dabei Großes im Blick. "Ich habe mir das Teilnehmerfeld im Niederrheinpokal mal angeschaut und das hat es echt in sich. Dennoch ist dieser Wettbewerb unser Ticket in den DFB-Pokal und die Qualifikation dafür wäre sensationell. Wir freuen uns auf diese Partie, nehmen sie sehr ernst und wollen weit kommen."
Daran ändert auch die Tatsache nichts, dass der Name der Gastgeber vielen Fußballinteressierten aus dem Bocholter Umkreis zunächst eher weniger geläufig daherkommt, was höchstwahrscheinlich daran liegt, dass der Verein erst seit sechs Jahren in seiner jetzigen Form existiert.
2020 fusionierten die beiden Vereine DiTiB Solingen (2007 gegründet) sowie Vatanspor Solingen (1990) zum DV Solingen.
Seitdem ging es solide bergauf für den Club, der seine Heimspiele auf der Platzanlage an der Zietenstraße austrägt. Nach drei Jahren in der Bezirksliga stand am Ende der Saison 2020/21 der Aufstieg als Meister in die Landesliga, in der die Solinger auch aktuell noch spielen und seit vier Spielzeiten regelmäßig eine Platzierung unter den Top-6 der Liga erreicht haben.
Die vergangene Saison beendete der ambitionierte deutsch-türkische Club auf dem vierten Tabellenplatz und hegt auch 2026/27 wieder Ambitionen auf einen Klassensprung- dafür wurde der erfahrene Kader abermals prominent verstärkt.
Mit Oguzhan Kefkir haben die Solinger Verantwortlichen um den sportlichen Leiter Fatih Özbayrak einen Akteur von Türkspor Dortmund loseisen können, der für den VFL Bochum bereits Bundesligaluft schnuppern durfte und lange bei Rot-Weiß Essen zum Stammpersonal gehörte. Auch Cenk Durgun dürfte zumindest den Experten ein Begriff sein, die sich mit der Regionalliga West auseinandersetzen- Durgun lief dort für Eintracht Hohkeppel sowie den Wuppertaler SV auf.
Abwehrchef ist Innenverteidiger Cedric Mvondo, auch er hat eine Regionalliga-Vergangenheit und spielte für TeBe Berlin sowie dem Bonner SC.
Zusammenfassend kann man sagen, dass der DV Solingen kein normaler Landesligist ist, sondern über einen Kader verfügt, der gespickt ist mit Spielern, die bereits in höheren Ligen ihr Können unter Beweis stellen durften. So kann Coach Keseroglu auf zehn weitere Akteure bauen, die Oberliga-Erfahrung besitzen. Der 38-jährige Trainer selbst kam von Eintracht Hohkeppel und übernahm die Mannschaft vor der laufenden Saison, er beerbte Deniz Aktag, der im Frühjahr 2026 sein Amt aus persönlichen Gründen niederlegte und bis zum Saisonende durch ein Interims-Duo ersetzt wurde.
Als Co-Trainer haben die Solinger Kevin Rodrigues-Pires verpflichtet, er kennt die Regionalliga West aus 222 Einsätzen als Spieler bestens und wird das Team mit seiner Expertise unterstützen können. Bislang jedenfalls scheint es beim DVS ganz gut zu laufen, denn die Mannschaft hat seit Beginn der Vorbereitung sämtliche Spiele gewonnen und ist mit zwei Siegen sowie einem Torverhältnis von 5:0 in die Landesligasaison gestartet. Ein Ausrufezeichen in der Solinger Vorbereitung war sicher der 3:0- Erfolg über den Oberligisten Wuppertaler SV.
Guerino Capretti erwartet jedenfalls einen heißen Tanz. "Ein Auswärtsspiel, auf Kunstrasen, dazu noch im Pokal. Da wird sicherlich eine gewisse Atmosphäre herrschen, die wir möglichst schnell annehmen müssen", sagt Bocholts Coach und ergänzt: "Ich gehe davon aus, dass Solingen tief stehen, alles reinhauen und uns einen richtigen Pokalfight liefern wird. Für sie ist es auch ein großes Spiel und da wird Feuer drin sein."
Wer auf Seiten des FCB beginnen wird, ließ er noch offen. "Es gibt ein paar Ideen in meinem Kopf und da werden wir sehen, in wie weit wir diese umsetzen. Im Kader sind Spieler auf Augenhöhe, andere sind noch etwas hinten dran, und wir werden sicherlich rotieren. Aber ich gehe jetzt nicht hin und tausche die gesamte Mannschaft aus. Es muss auch Sinn ergeben."
In der abgelaufenen Saison war der DSV nicht im Niederrheinpokal vertreten, der 1. FC Bocholt musste in der ersten Runde zur DJK Sportfreunde Katernberg und setzte sich dort mit 6:0 durch.
