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Foto: Tim Schülingkamp

Kooperation mit dem BVB gestartet

Der Bundesligist Borussia Dortmund lud im Rahmen seiner neuen Kooperation mit dem 1. FC Bocholt zum „Tag der Talente“ ein. 160 Kicker der Jahrgänge 2009 bis 2011 kamen, um die Trainer von Borussia Dortmund von ihrem Können zu überzeugen. Gelang das, werden sie künftig einmal in der Woche vom Dortmunder U11-Coach Christopher Kruse am Hünting trainiert.

Die Brüder Hannes und Enno Nellessen sind leidenschaftliche Fans von Borussia Dortmund. Von daher war es fast nur logisch, dass die Nachwuchsfußballer des SV Spellen am vergangenen Sonntag zum Bocholter Hünting mussten. „Die beiden wollten unbedingt zu diesem Training mit Borussia Dortmund hin“, sagte Vater Klaus Nellessen scherzhaft. Immerhin hatte der Bundesligist auch seinen großen Fantruck mitgebracht, an dem es viele BVB-Artikel zu kaufen gab. Ein Mini-Spielfeld wurde ebenso aufgebaut. Und auch Maskottchen Emma war dabei.

Die Biene hatte es Hannes und Enno besonders angetan. „Die ist richtig cool. Enno hat sogar ein Autogramm von Emma auf sein Trikot bekommen“, sagte Hannes. Ob die beiden später einmal Bundesliga-Profi werden wollen? „Auf jeden Fall“, sagte Hannes, der ältere der beiden Brüder.

„Ich bin nicht hier, weil ich auf einen Millionenvertrag spekuliere“, entgegnete indes Vater Klaus. Die Idee, ein Sichtungstraining in Bocholt anzusiedeln, findet er aber gut. „Wenn bei einem jungen Spieler wirklich Talent zu sehen ist, kann das eine Chance sein. Es ist natürlich viel einfacher, nach Bocholt zu fahren statt nach Dortmund“, sagte Klaus Nellessen.

Die Nachwuchskicker kamen am „Tag der Talente“ dann auch aus einem Umkreis von 40 Kilometern nach Bocholt. Am Hünting wurden sie in verschiedene Mannschaften eingeteilt, die auf dem Kleinfeld ein Turnier ausspielten. „Es sind schon einige Talente dabei. Fast jedes zweite Kind kommt in die engere Auswahl“, sagte Torsten Sengteller, seit 2016 Koordinator im Grundlagenbereich und Sportlicher Leiter der Fußballschule von Borussia Dortmund.

Da hatte er gerade den 2009er-Jahrgang unter die Lupe genommen. Worauf er besonders achtete? „Es muss einfach ein Bewegungstalent sein. Das Kind muss den Mut haben, in Eins-gegen-eins-Situationen zu gehen und alleine dem Ball hinterherjagen, ohne dass die Eltern es motivieren müssen.“

Mit den Eltern, die für die Dortmunder Fußballschule in Bocholt infrage kommen, wird Christopher Kruse nun telefonieren. Das Training am Hünting soll dann in Kürze beginnen. Es wird aus vielen Spielformen bestehen. Kruse: „Dabei lernen die Kinder gleichzeitig, Dinge wahrzunehmen und die richtigen Entscheidungen zu treffen.“

Frank Nehling, Koordinator U12 bis U15 beim 1. FC Bocholt, verfolgte den „Tag der Talente“ interessiert. Sein Verein hat die Möglichkeit, Spieler für Stipendiate vorzuschlagen. Und natürlich hofft er auch, dass sich das eine oder andere Talent auch für den 1. FC Bocholt entscheidet. „Für uns ist es eine Möglichkeit, da etwas aufzubauen, wo wir strukturschwach sind; also nicht erst ab der D-Jugend, sondern schon früher“, so Nehling.

(Bocholter-Borkener Volksblatt vom 19.09.2018)