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U11 vom Spielbetrieb zurückgezogen

Der 1. FC Bocholt hat am vergangenen Freitag seine U11-Junioren vom Spielbetrieb der E-Junioren-Kreisklasse zurückgezogen. Diesem Schritt vorausgegangen war, dass sich die Rahmenbedingungen für die Schwatten unerwartet, aber durchaus nachhaltig negativ veränderten, weshalb die Verantwortlichen am Hünting zu dem Schluss kamen, dass „eine Teilnahme am Kreisspielbetrieb unter diesen Umständen weder möglich, noch sinnvoll“ sei.

Im Rahmen der Mannschaftsmeldungen für die Saison 2018/19 hatte der 1. FC Bocholt den Kreisjugendausschuss darüber informiert, dass er durchaus bereit sei, am Spielbetrieb der E-Junioren-Kreisklasse teilzunehmen, gleichzeitig aber auch darauf hingewiesen, dass dieses nur möglich sei, wenn Seitens des Kreises die Möglichkeit bestünde, dass das U11-Team nicht samstags antreten müsse. Hintergrund dieses Hinweises war damals, dass sämtliche Spieler der U11-Junioren bereits dem Kader der in der D-Junioren-Leistungsklasse spielenden U12-Junioren angehören.

 

„Wir hatten die Absicht, dass wir den ein Jahr jüngeren Spielern der U12-Junioren im E-Junioren-Spielbetrieb des Kreises zusätzliche Spielpraxis zukommen lassen, um sie ergänzend zu fördern zu können und gleichzeitig einen detaillierten Überblick über den eigenen Leistungsstand im Vergleich zu gleichaltrigen zu erlangen“, gibt Frank Nehling, Sportlicher Leiter der U12- bis U15-Junioren am Hünting, Einblick in die Gedankenspiele der Verantwortlichen im Vorfeld der Saison. Nehling: „In diesem Zusammenhang haben wir zu jedem Zeitpunkt mit offenen Karten gespielt, den Kreis frühestmöglich über diese besondere Situation informiert und auch klar formuliert, dass wir nur dann am Spielbetrieb des Kreises teilnehmen möchten, wenn es möglich sei, dass es keinerlei Überschneidungen mit dem Spielplan der U12-Junioren geben würde.“

 

Vor diesem Hintergrund ging man am Hünting bei der Staffeleinteilung Mitte August davon aus, dass der besonderen Situation Seitens des Kreisjugendausschusses und Staffelleiter Ludwig Bayer Rechnung getragen wäre, da das U11-Team der Schwatten trotz dieser klaren Stellungnahme in der E-Junioren-Kreisklasse Gruppe 2 eingeteilt wurde. „Dass es nicht möglich sei, unserem für eine unkomplizierte Teilnahme am Spielbetrieb notwendigen Wunsch der Austragung von Spielen unter der Woche nachzukommen, haben wir erst mit Bekanntgabe der Spielpläne erfahren“, so Nehling, der moniert, dass eine Nachfrage beim Staffelleiter lediglich mit Verweis auf die Möglichkeit eines kostenpflichtigen Mannschaftsrückzugs dahingehend kommentiert wurde, dass es nicht möglich sei, einem solchen Wunsch nachzukommen.

 

„Unterm Strich muss man leider festhalten, dass den Ansetzungswünschen und Hinweisen im Rahmen der Mannschaftsmeldungen offensichtlich überhaupt keine Beachtung geschenkt wurde. Wäre dem so gewesen, hätte eine einfache Information darüber, dass es nicht möglich sei, unseren Wünschen nachzukommen, ausreichend gewesen, damit wir die Pläne über eine Teilnahme am Spielbetrieb der E-Junioren-Kreisklasse auf Eis zu legen“, sieht Nehling durchaus einen klaren Dissens mit der Spielleitenden Stelle, allerdings habe es trotz der unglücklichen Ausgangslage durchaus Möglichkeiten gegeben, das Beste aus der Situation zu machen und einen reibungslosen Spielbetrieb zu gewährleisten.

 

Trotz der unangenehmen Ausgangssituation, nach der die Verantwortlichen am Hünting für jedes einzelne Spiel eine Einigung mit dem Gegner herbeiführen und die Genehmigung zur Spielverlegung durch den Staffelleiter einholen mussten, sei es gelungen, mit Ausnahme des Vergleichs mit dem VfL Rhede sämtliche Spiele auszutragen. „In Bezug auf die nicht zustande gekommene Verlegung mit dem VfL Rhede müssen wir uns den Schuh zu großen Teilen selbst anziehen, da eine Information an den VfL doch sehr, sehr spät erging. Hätten wir die Problematik hier früher auf dem Schirm gehabt, wäre sicherlich auch hier eine Verlegung machbar gewesen, wie das mit Blau-Weiß Dingden, der JSG Barlo/Vardingholt, DJK SF 97/30 Lowick und der DJK Rhede dankbarerweise machbar war“, geht Nehling davon aus, dass es auch in den kommenden Wochen bis zum mit der Winterpause einhergehenden Saisonende in der E-Junioren-Kreisklasse mit den jeweiligen Gegnern Einigungen über eine Austragung unter der Woche gegeben hätte, wie das auch im Falle des für den vergangenen Samstag angesetzten Meisterschaftsspiels gegen die DJK TuS Stenern der Fall war.

 

Von daher sei es „nur schwer nachvollziehbar“, dass dieser Verlegung die Zustimmung versagt wurde: „Beide Vereine sind sich einig, das Spiel zu verlegen und durch die Verfügbarkeit eines Kunstrasenplatzes war die Austragung unabhängig der Witterungslage sichergestellt. Aus unserer Sicht gab es keinen Grund, dieser und weiteren Verlegungen die Zustimmung zu verweigern“, so Nehling, der als Gegenpart dieser Haltung die Staffeltagung der D-Junioren-Niederrhein-Spielrunde in der vergangenen Saison anführt: „Damals hieß es von Seiten des Staffelleiters Michael Krieger in Bezug auf Spielverlegungen: `Wenn Ihr Euch einig seid, schreibt mir eine E-Mail und ich lege das Spiel um. Wichtig ist, dass die Jungs könnt und dass Ihr könnt, nicht, ob es mir gefällt oder nicht.` Dass das auf Kreisebene augenscheinlich anders gesehen wird, müssen wir mit Bedauern akzeptieren, festhalten, dass es aufgrund dessen schlicht unmöglich, aber auch sinnlos ist, mit der U11 weiter im Spielbetrieb des Kreises zu verbleiben und die für uns richtigen Schlüsse daraus ziehen.“

 

Diese sehen so aus, dass die Schwatten zwar weiterhin Spiele und Turniere im E-Junioren-Bereich bestreiten werden, allerdings nicht mehr innerhalb des Kreisspielbetriebs. Nehling: „Durch die Tatsache, dass es nun einmal nicht möglich gewesen wäre, ohne weitere Spielverlegungen die Austragung der letzten vier Partien sicherzustellen, war der Rückzug der U11-Junioren aus dem Spielbetrieb des Kreises unabdingbar. Die Umstände erachten wir als bedauerlich, die Konsequenz daraus in ihrer Gesamtheit allerdings auch vorteilhaft für uns, da das einzige, was sich ändern wird, ist, dass wir unsere Spiele künftig sowohl in Bezug auf den Termin, als auch auf den Gegner selbst terminieren können.“

 

Angesichts der Unabwendbarkeit der Entscheidung kann Nehling auch die über das BBV geäußerte Kritik „einiger Entscheidungsträger anderer Vereine“ nicht nachvollziehen: „Wie gesagt, wir haben zu jedem Zeitpunkt mit offenen Karten gespielt, alle Spiele ausgetragen, bei denen eine Einigung mit dem Gegner möglich war und auch absolut Bereitschaft und Möglichkeit gehabt, die letzten Spiele auszutragen. Dass uns diese Möglichkeit mit der Entscheidung darüber, dass weitere Spielverlegungen trotz des klaren Wissens um die Situation genommen wurde, liegt nicht in unserem Einflussbereich“, so Nehling, der die von Staffelleiter Ludwig Bayer über das BBV genannten Gründe für die Ablehnung der Spielverlegung durchaus kritisch hinterfragt.

 

Bayer hatte in der Mittwochs-Ausgabe des BBV (07.11.) unter anderem gesagt, dass „man nicht eben mal so alle Spiele verlegen“ könne, es „einfach nicht gehe“, dass „jeder seinen Termin selber bestimmt und dann spielt, wenn es ihm gerade passt“ und die Ablehnung unter anderem auch damit begründet, dass „irgendwann auch die anderen Vereine“ mit ähnlichen Wünschen auf ihn zugekommen wären. Nehling: „Bei allem Respekt für Durchführungsbestimmungen und Regelwerk: Ausgenommen der letzten beiden Spieltage, um eine Wettbewerbsverzerrung zu vermeiden, stellt sich doch die Frage, warum das jeweils nicht möglich sein sollte, sofern sich die beteiligten Mannschaften und Vereine hierüber einig sind. Darüber hinaus stellt sich die Frage, ob es bei zehnjährigen in Spielrunden ohne Auf- und Abstieg sowie Kreismeisterschaft darum gehen sollte, das Regelwerk den Bedürfnissen der Kinder, Eltern und Vereine anzupassen – oder die Bedürfnisse dieser drei Seiten dem Regelwerk anzupassen.“