Vereinschronik

- Samstag, 28.11.2020 12:11 Uhr | Lesedauer: 1 Minute

Das 2. Jahrzehnt (1911-1920)

Folgen des Krieges wurden überwunden

Nach Conrad Boers übernahm im Jahre 1912 Leo Lück, ein Gründungsmitglied, die Führung des Klubs. Lück selbst war ein guter Leichtathlet, begeisterte immer mehr Jugendliche, so dass die Mitgliederzahl ständig wuchs. Auch das Fußballspiel erlebte unter seiner Regie einen mächtigen Aufschwung. Große Erfolge gab's auch im Faustballspiel. 1913 kämpfte die Faustballmannschaft in Elberfeld sogar um die Meisterschaft des Verbandes in dieser Sportart. Weil ein Spieler nicht antreten konnte und die Mannschaft nicht komplett war, musste unser Team damals als „zweiter Sieger“ ausscheiden. 

Gerade in diesem zweiten Jahrzehnt nach der Gründung riss der Krieg große Lücken in die Reihen des Klubs. 1915 standen sage und schreibe 104 Mitglieder im Krieg. 29 von ihnen verloren ihr Leben, darunter Conrad Boers, H. von Bönninghausen und Carl Vagedes. Der Spielbetrieb ruhte. Die Reste aller Bocholter Rasensportvereine bildeten eine Kriegsspiel-Gemeinschaft. VfB (Vereinigung für Bewegungsspiele) wurde dieser Zusammenschluss genannt. Heinrich van der Linde, später Mitglied des BFC 1900, war Vorsitzender und treibende Kraft. 

 Nach Beendigung des Krieges wuchsen sofort wieder die Aktivitäten innerhalb des Vereins. Viele ältere Mitglieder kamen zurück, etliche neue junge kamen hinzu. Die Mitgliederzahl erreichte Höhen, an die bei der Gründung des Vereins niemand auch nur zu denken gewagt hatte. Aber dafür tauchten neue Probleme auf. Durch die Masse der Mitglieder waren zu wenig Plätze vorhanden. Unter Leitung von Leo Lück wurden deshalb neue Wege beschritten. 1919 wurde der südliche Teil der Sportplatzanlage am Hünting käuflich erworben. Weiterer Raum wurde nebenan geschaffen. Aber er reichte immer noch nicht aus. Die Jugend drängte zum Sport, wollte die Folgen des Krieges vergessen. Der Vorstand wurde hart gefordert. Verhandlungen mit der Stadt liefen an, aber sie waren zäh. Leo Lück und seine Mitstreiter im Vorstand hatten alles andere als ein leichtes Amt. Sie wurden vor Probleme gestellt, die sie gar nicht allein lösen konnten. Dieses zweite Jahrzehnt nach der Gründung gehörte zu den schwierigsten Kapiteln der Klub-Geschichte. Aber mit Energie, mit Mut und mit großem Engagement kam schließlich doch wieder alles in die richtigen Bahnen. Die Voraussetzungen zu einer neuen Blüte des Klubs wurden geschaffen.