RevierSport Niederrheinpokal

- Mittwoch, 09.10.2019 23:10 Uhr | Lesedauer: 2 Minuten

Winking schießt FCB zum Sieg gegen den WSV

5:4

Der 1. FC Bocholt hat im Achtelfinale des Reviersport Niederrheinpokals den Regionalligisten Wuppertaler SV mit 5:4 nach Elfmeterschießen bezwungen. Nach 120 Minuten stand es noch 0:0. Alle fünf Schützen des FCB konnten ihren Elfmeter verwandeln.

Vor dem Beginn gab es eine kurzfristig angesetzte Schweigeminute. Nach den Vorkommnissen in Halle (Sachsen-Anhalt) sah sich der Verein dazu veranlasst, den Opfern ihre Solidarität zu zeigen und den Hinterbliebenen ihr Beileid auszusprechen. Außerdem betonte der FCB an dieser Stelle, dass wir ein Verein sind, bei dem Diskriminierung, Hass, Hetze und Rassismus keinen Platz haben. Anschließend pfiff Schiedsrichter Cedric Gottschalk die Partie an.

Was dann auf dem Feld geschah, war in den Augen von Chefcoach Manuel Jara ein "vollkommen verdienter Sieg." Vor rund 500 Zuschauern, darunter nur 50 Gästefans, hatte Nick Buijl die erste nennenswerte Chance für die Schwatten. Nach einer Flanke von André Bugla kam er alleine vor dem Tor des WSV zum Kopfball, traf den Ball aber nicht richtig, sodass dieser am Kasten vorbei ging (24.). Nach einer Ecke der Gäste schloss Florian Abel einen Konter ab, bei dem WSV-Schlussmann Niklas Lübcke sein ganzes Können aufbieten musste (35.). Der Regionalligist hingegen kam im ersten Durchgang zu keinem gefährlichen Torabschluss. Mit lautstarker Unterstützung der FCB-Fans überstand die Elf von Manuel Jara dann auch die schwierigste Phase des Spiel nach dem Beginn des zweiten Durchgangs. Ofumwen Osawe setzte einen Schuss nur wenige Zentimeter neben das Gehäuse (65.). Niklas Möllmann wäre fast der Lucky Punch gelungen. Seinen Schuss freistehend vor dem Tor konnte Niklas Lübcke jedoch mit einer überragenden Parade entschärfen (90.). Danach war die reguläre Spielzeit beendet und es kam zur Verlängerung.

Auch in den weiteren 30 Minuten konnte kein Sieger ermittelt werden. Man merkte allerdings beiden Teams den enormen Kräfteverschleiß an, gefährliche Torabschlüsse gab es keine mehr. Nennenswert war nur noch die Auseinandersetzung zwischen den beiden Trainerbänken, für die es am Ende aber keinerlei Konsequenzen gab. Auf dem Feld blieb es weitestgehend fair. Nach 120 Minuten wurden nur drei gelbe Karten gezeigt, zwei davon wegen taktischen Fouls. Die Entscheidung musste es also im Elfmeterschießen her. 

Die ersten beiden Schützen konnten souverän verwandeln, dann trat Semir Saric für den WSV an. Er verlor das Duell mit Schlussmann Tobiasz Weinzettel und war der einzige Schütze, der den Ball nicht im Tor unterbringen konnte. Auf Seiten des FCB waren Pascale Talarski, Marc Beckert, Younes Mouadden, Daniel Neustädter und Tim Winking erfolgreich. Matchwinner Weinzettel und Winking gingen dann in einer Jubeltraube unter. „Es freut mich einfach für die Jungs, wie sie sich für ihre Arbeit belohnt haben", so Manuel Jara auf der abschließenden Pressekonferenz. Weiter sagt er: "Nick Buijl und Lars Bleker waren nach den 120 Minuten schon so kaputt, dass sie nicht einmal mehr zum Elfmeter antreten konnten." Sein Gegenüber Karsten Hutwelker gratulierte den Bocholtern und sagte: "Wir haben ein Duell auf Augenhöhe gesehen. Bitter ist es dann natürlich, wenn man im Elfmeterschießen ausscheidet."

In der nächsten Runde könnte der 1. FC Bocholt auf Teams wie RW Essen, MSV Duisburg oder RW Oberhausen treffen. Neben den Schwatten haben sich am heutigen Abend bereits der TSV Meerbusch (4:2 gegen FSV Duisburg) und TVD Velbert (2:0 gegen Rather SV) für das Viertelfinale qualifiziert. Einziger Wermutstropfen am Abend war die Auswechslung von Philipp Meißner. Der Außenverteidiger ist bei einem Tackling im Rasen hängen geblieben und musste dann verletzt ausgewechselt werden. Eine Diagnose steht noch aus. Für den FCB ist es nach 8.571 Tagen der erste Sieg gegen ein Team des Wuppertaler SV. Zuletzt gelang das im April 1996. Da war Tobiasz Weinzettel gerade vier Wochen alt.