RevierSport Niederrheinpokal

- Dienstag, 08.10.2019 13:10 Uhr | Lesedauer: 4 Minuten

Pokalhighlight unter Flutlicht

Es ist für das Team des Fußball-Oberligisten 1. FC Bocholt eines der Highlights im laufenden Jahr: Am Mittwochabend kommt es in der Gigaset-Arena im Achtelfinale des Reviersport-Niederrheinpokal zum Duell mit dem Regionalligisten Wuppertaler SV. 

Die Form der beiden Teams könnte vor der Partie unterschiedlicher nicht sein. Der Wuppertaler SV war mit drei Siegen und einem Unentschieden in die neue Spielzeit gestartet und übertraf nach den turbulenten letzten Monaten vorerst alle Erwartungen. Erst im Frühjahr konnte durch eine groß angelegte Crowdfunding-Aktion die Insolvenz abgewendet werden. Viele Spieler mussten im Sommer den Verein verlassen, sodass bevorzugt junge Spieler neu hinzugekommen sind. Vor allem die Siege gegen die traditionell starke U23 von Borussia Dortmund und der 2:1-Erfolg im ersten Spiel gegen Alemannia Aachen ließen aufhorchen. Ab dem fünften Spieltag folgte allerdings eine Abwärtsspirale, aus der sich der Verein auch nach der Trainerentlassung in der vergangenen Woche noch nicht befreien konnte. Seit sieben Spielen konnte der WSV keinen Sieg mehr verbuchen, schaffte nur ein Unentschieden gegen den SV Lippstadt. Nach der Entlassung von Andreas Zimmermann übernahm in der vergangenen Woche Sportdirektor Karsten Hutwelker interimsweise das Zepter an der Seitenlinie. Unter seiner Leitung setzte es am Samstag im Liga-Spiel gegen die U23 vom FC Schalke 04 eine 0:3-Schlappe. Allerdings trugen sich bei den Königsblauen mit Steven Skrzybski und Fabian Reese zwei Akteure in die Torschützenliste ein, die zum Profikader gehören. Dazu kommen Jonas Carls, Nassim Boujellab und Münir Levent Mercan, die allesamt bereits Bundesliga-Luft schnuppern durften. Durch die Niederlage ist das Team zum ersten Mal in dieser Saison auf einen Abstiegsplatz abgerutscht und belegt den 15. Tabellenrang.

Die Qualifikation für das Achtelfinale des ReviersportNiederrheinpokals hat der WSV durch Siege gegen den VfR Krefeld-Fischeln (3:1) und ESC Rellinghausen (3:0) erreicht. Schon in der Spielzeit 2018/2019 hatte es das Duell im Pokal am Hünting zwischen den beiden Traditionsvereinen gegeben. Damals siegte der WSV vor 1200 Zuschauern mit 2:0. Doppeltorschütze war der inzwischen zum TSV Steinbach abgewanderte Christopher Kramer. Generell wird dem FCB morgen eine gänzlich andere Mannschaft gegenüber stehen. Vor einem Jahr auf dem Feld und aktuell noch im Kader sind nur Yusa-Semih Alabas, Silvio Pagano und Meik Kühnel. Yusa-Semih Alabas wird bei den Gästen allerdings verletzungsbedingt fehlen. Auch Danny Kierath ist verletzt, ein Einsatz von Innenverteidiger Kevin Pytlik fraglich. Trotz der aktuell schwachen Phase und der Unruhe um die Trainerentlassung will Manuel Jara, Coach des FCB, von der Favoritenrolle nichts wissen: "Für mich sind die Rollen klar verteilt." Sagt aber weiter: "Trotzdem schätze ich die Chancen auf ein Weiterkommen größer ein als im Vorjahr."

Die Heimelf geht mit dem Rückenwind von vier Pflichtspielsiegen in Folge in das Duell. In der heimischen Gigaset-Arena hat der FCB überhaupt erst ein Spiel in dieser Saison verloren. Durch den 2:1-Erfolg am vergangenen Sonntag gegen die Sportfreunde Baumberg schoben sich die Schwatten auf den 6. Tabellenrang der Oberliga Niederrhein vor, was gleichzeitig die beste Platzierung in dieser Saison entspricht. Personell hat sich die Situation verbessert. Nach der Grippewelle in den Vorwochen sind die meisten Spieler wieder auskuriert und einsatzbereit. Ausfallen werden neben den Langzeitverletzten Maurice Schumacher, Sergen Sezen und Lennart Dillhage nur Andre Bley, Philipp Goris und Taric Boland. Für Florian Abel, am Wochenende noch Siegtorschütze, wird es ein Spiel gegen den ehemaligen Verein. In der Saison 2012/2013 absolvierte der Offensivakteur 32 Partien in der Regionalliga für den WSV. "Für uns war der WSV von Anfang an ein sehr attraktives Los", so Jara. "Mit dem Spiel aus dem Vorjahr bekommt das ganze natürlich noch eine ganz besondere Note. Zudem ist es ein Traditionsduell aus vergangenen Tagen." In den 19 archivierten Aufeinandertreffen gelangen dem WSV 15 Siege und zwei Unentschieden. Nur zwei Mal hieß der Sieger bisher Bocholt: Am 27. Spieltag der Saison 1977/1978 in der 2. Bundesliga Nord (1:0) und am 32. Spieltag der Saison 1995/1996 in der Regionalliga West beim WSV (1:0). Die Spiele in der jüngeren Vergangenheit konnte der WSV alle ohne Gegentor für sich entscheiden. Neben dem 2:0 im Vorjahr im Pokal gab es 2014/2015 und 2015/2016 vier Partien in der Oberliga, die der WSV mit vier Siegen und einem Torverhältnis von 8:0 für sich entschied.

"Wir freuen uns auf dieses Spiel", meint Jara. Er und das Team hoffen auch auf eine große  Unterstützung der Bocholter Anhänger während des Spiels und hofft, gemeinsam ein kleines Wunder zu schaffen und die Bilanz mit einem dritten Sieg etwas aufzubessern.

Wettervorhersage ist schwierig

Ein Blick auf die Wettervorhersage lässt noch viele Möglichkeiten offen. Es kann am Mittwochnachmittag und -abend zu vereinzelten Regenschauern in Bocholt kommen. Dazu kommen Temperaturen um 10 Grad. Das Mitführen von Regenschirmen ist trotz der Einlasskontrollen selbstverständlich erlaubt. Alle weiteren Informationen wie Eintrittspreise und Eingänge sind hier >> zu finden. Ein witterungsbedingter Ausfall scheint derzeit und bei den aktuellen Prognosen aber kein Thema zu sein. Der Verein und das Grünflächenamt der Stadt Bocholt arbeiten intensiv daran, den Platz für die Partie bespielbar zu machen. Sollte es entgegen aller Erwartungen doch dazu kommen, werden wir dies sofort auf unseren Medien bekannt geben.

Geleitet wird die Partie von Cedric Gottschalk. Ihm assistieren werden Maximilian Fischedick und Robin Reinartz. Das Team hat in der Vorsaison auch die beiden Spiele des FCB gegen TURU Düsseldorf geleitet. Die Gäste aus Wuppertal werden morgen in weißen Trikots, sowie grauen Hosen und Stutzen spielen. Die Schwatten werden komplett in schwarz auflaufen.