Oberliga

- Sonntag, 26.08.2018 19:08 Uhr | Lesedauer: 2 Minuten

0:2! Unnötige Niederlage

„Mehr abliefern als das, was wir gezeigt haben, können wir nicht. Was wir kontrollieren konnten, haben wir kontrolliert“, sagte Manuel Jara, Trainer des 1. FC, nach Abpfiff.

Damit spielte er auf eine entscheidende Szene in der 76. Minute an. In der sah Daniel Neustädter beim Stand von 0:1 die Gelb-Rote Karte. Im Zweikampf mit Velberts Leroy Mickels soll er am Trikot gezupft haben. Schiedsrichter Torsten Schwerdtfeger, sah darin im Gegensatz zu Neustädter ein taktisches Foul. Da dieser danach den Ball wütend auf den Boden warf, zeigte der Unparteiische erst Gelb und dann Gelb-Rot. „Für so eine Aktion kannst du nicht Gelb-Rot geben. Vorher haut der bereits verwarnte 17er im Mittelfeld unseren Spieler um, da zeigt er gar nichts“, sagte Jara über die Aktion von Velberts Mohamed Sealiti. „Aber wenn sich das Publikum mit dem Schiedsrichter anlegt, wartet er vielleicht auch auf so eine Gelegenheit.“ Ansonsten war Jara mit der Unterstützung der Fans aber sehr zufrieden.

In Unterzahl wurde es natürlich umso schwerer, den 0:1-Rückstand aus der 65. Minute auszugleichen. Der war nach einem abgefälschten Freistoß zustande gekommen. Der erst 18-jährige Jonas Wenzel, der aufgrund der vielen Ausfälle auf der Torhüterposition, sein Oberliga-Debüt feierte, konnte den Ball zwar noch parieren. Dann aber bekam Kapitän Tim Winking den Ball nicht geklärt. „Ich habe über den Ball getreten. Das Gegentor muss ich daher auf meine Kappe nehmen. Es tut mir leid für die Mannschaft“, sagte Winking. So konnte Velberts Felix Haas den Ball noch zum 1:0 über die Linie drücken, Wenzel war zum ersten Mal in der Oberliga geschlagen.

„Sehr nervös“ sei er vor dem Spiel gewesen. „Nachher hat sich das etwas gelegt“, sagte der A-Junior nach der Partie, in der er neben einer kleinen Unsicherheit auch einige gute Paraden gezeigt hatte. „Die erste Halbzeit waren wir besser, nach der Pause haben wir etwas nachgelassen“, sagte der Debütant und lag damit goldrichtig.

Gegen die Dreierkette der SSVg Velbert konnte sich der 1. FC Bocholt in der ersten Halbzeit einige Male in Szene setzen. Doch die Schüsse und Kopfbälle wurden zumeist im letzten Moment noch geblockt (9., 21., 33.), oder Angreifer Niklas Möllmann traf nur auf die Latte (10.). Beim Schuss von Philipp Meißner war zudem Velberts Keeper Philipp Sprenger auf dem Posten (35.). Die Gäste tauchten erst in der 42. Minute zum ersten Mal gefährlich vor Wenzels Tor auf, als Manuel Schiebener nur die Latte traf.

Nachdem Velberts Trainer, der ehemalige Bundesliga-Profi Alexander Voigt, in der Pause einige Umstellungen vorgenommen hatte, war die Partie ausgeglichener. Richtig gute Möglichkeiten gab es auf beiden Seiten zunächst keine – bis zur 65. Minute. Nach dem Rückstand und trotz der späteren Unterzahl warf der 1. FC Bocholt noch einmal alles nach vorne, wurde aber nicht mehr belohnt. Allein Dominik Göbel hatte bei einem Kopfball noch eine gute Möglichkeit zum 1:1 (74.). Doch erneut war Sprenger zur Stelle. Auf der Gegenseite war Wenzel noch einige Male in höchster Not zur Stelle. Unmittelbar vor dem Abpfiff war aber auch er geschlagen und Hakan Uzun machte mit dem 2:0 den Sack für die SSVg Velbert zu.

(z.T. entnommen aus: Bocholter-Borkener Volksblatt, 27.08.2018)