Jahreshauptversammlung

- Sonntag, 08.12.2019 22:12 Uhr | Lesedauer: 4 Minuten

Zusage der Stadt da, weiter Schulden abgebaut

Läuft alles nach Plan, werden Anfang 2020 die Bagger am Hünting rollen. „Wir haben die Zusage von der städtischen Baubehörde, im Januar die Baugenehmigung für die Tribüne zu erhalten. Damit könnten wir die Baumaßnahmen im ersten Quartal 2020 beginnen“, sagte Ludger Triphaus, Präsident des 1. FC Bocholt am Sonntagmorgen während der Jahreshauptversammlung im Vereinsheim.

Knapp 50 Mitglieder waren ins Vereinsheim gekommen. Wie Triphaus verriet, sollen im Januar auch die Baugenehmigungen für die Anzeigentafel und den Zaun im Gästeblock vorliegen. „Unser Pokalspiel am 4. März gegen RW Oberhausen wird daher in der Gigaset-Arena stattfinden können“, so Triphaus.

Er betonte, dass es ein sehr schwieriger Weg gewesen sei, bis dem Verein am vergangenen Donnerstag die Baugenehmigung zugesagt worden sei. Allein für Gutachten habe der 1. FC Bocholt knapp 17.000 Euro ausgeben müssen. „Erschreckend war es festzustellen, wie dem Verein und Präsidium im Finanzierungs- und Genehmigungsprozess so wenig Vertrauen und Unterstützung entgegengebracht wurde“, so Triphaus. Der Bauantrag sei im Haupt- und Finanzausschuss fehlerhaft dargestellt worden und im Verwaltungszirkel sei über den 1. FC Bocholt hergezogen worden. „Das ist eigentlich nicht hinnehmbar. Im Interesse des Vereins habe ich es aber hingenommen. So etwas habe ich in 50 Jahren aber noch nicht erlebt“, sagte Triphaus. Mit den Bürgermeister- und Ratskandidaten werde er daher das Gespräch suchen und sie bitten, ihre Sicht zur Bedeutung des 1. FC Bocholt für die Stadt Bocholt und die daraus resultierenden Handlungserfordernisse darzulegen. „Ich habe keinen Zweifel, dass der 1. FC Bocholt ein bedeutender Teil der Stadt ist. Daraus ergibt sich die Forderung, dass er auch seiner Bedeutung entsprechend behandelt wird“, sagte Triphaus. Er verwies unter anderem darauf, dass es keinen höher spielenden Fußballverein im Kreis Borken gibt.

Recycelbare Biobecher ab der Rückrunde

Triphaus berichtete außerdem, dass der Verein ab der Rückrunde auf recycelbare Biobecher beim Bierverkauf setzen werde. Außerdem liege die Genehmigung vor, einen Kanal von den Toiletten im Stadion bis zur Straße zu bauen, damit das Geruchsproblem beseitigt werden könne. Keine Bewegung gebe es hingegen beim Bau des Sportheims, nachdem sich das hierfür verantwortliche Vorstandsmitglied Jürgen Lütfrink nach einem Streit vorläufig zurückgezogen habe.

Vize-Präsident David Fahrland berichtete, dass die Schulden im vergangenen Jahr durch Tilgung von 66.500 Euro auf knapp 41.500 Euro Ende November zurückgegangen seien. In eineinhalb Jahren sollen die finanziellen Altlasten komplett abgebaut sein. Weitere Darlehen bestünden nicht, kein Konto sei im negativen Bereich. „Es könnte durch den Tribünenbau aber wieder ein Darlehen von 200.000 Euro hinzukommen“, so Fahrland. Die monatliche Belastung würde dadurch aber nicht höher, als sie es derzeit ist. Insgesamt soll der Tribünenbau knapp 500.000 Euro kosten, wovon 200.000 Euro von der Stadt und 100.000 Euro von Sponsoren kommen. „Dennoch benötigen wir noch mehr Sponsoren, um dauerhaft in höheren Klassen spielen zu können“, sagte Triphaus.

David Fahrland als Vize-Präsident bestätigt

Einen Überblick über die sportliche Situation der ersten Mannschaft gab Trainer Manuel Jara. Er ging dabei vor allem auf die Neuzugänge ein. Kritische Fragen gab es zur Verpflichtung des ehemaligen Zweitliga-Stürmers Maurice Exslager. Jara und Triphaus räumten ein, dass der frühere Profi die sportlichen Erwartungen noch nicht erfüllen konnte, wenngleich er von seiner Erfahrung einiges an die Spieler weitergegeben habe. Jara verriet außerdem, dass Rechtsverteidiger Marc Beckert in der Rückrunde aus beruflichen Gründen fehlen wird.

Für die Reservemannschaften und das Ü32-Team sprach Maik Bollwerk, Sportlicher Leiter für diese Mannschaften. Er räumte ein, dass es für die zweite Mannschaft schwer werden wird, die Bezirksliga zu erhalten, auch wenn die junge Mannschaft viel Spaß bereite.

Den Finger in die Wunde legte Jugendkoordinator Niko Laukötter. So habe es Probleme beim Übergang der Spieler von der A-Jugend zu den Senioren gegeben, die dazu geführt haben, dass die Akteure nun in anderen Vereinen spielen. Laukötter sprach in dem Zusammenhang von zu vielen Inseln im Verein. „Wir müssen uns mehr austauschen, damit wir die Inseln zu einem Kontinent zusammenbekommen“, so Laukötter. Mit der sportlichen Entwicklung ist er zufrieden. Mit der C- und künftig D-Jugend spielen künftig zwei Teams in der Niederrheinliga. Das schaffe kein anderer Verein im Kreis. Außerdem gebe es inzwischen auch wieder F-Junioren- und Bambini-Mannschaften. Laukötter bedankte sich außerdem bei Mike Elting, der lange Jahre Jugendleiter gewesen war. Er wurde anschließend auch vom Vorstand verabschiedet.

Nachdem der Vorstand einstimmig entlastet worden war, standen die Wahlen an. Hier wurden David Fahrland als zweiter Vize-Präsident sowie Martin Rudde, Peter Bresser und Mayk Hölker als Beisitzer bestätigt. Neu in den Ehrenrat wurde Egon Hüning gewählt. Außerdem wurde Wolfgang Jansen, der von 2008 bis 2013 dem Verein vorstand und ihn in einer wirtschaftlich schweren Zeit half, zum Ehrenpräsidenten gewählt.

Erich Schroer 85 Jahre im Verein

Bei den Ehrungen gab es einige ganz besondere Auszeichnungen. So wurde Renate Elting, Ehefrau der verstorbenen Vereinsikone Friedel Elting, für ihre langjährige Unterstützung im Hintergrund gedankt. Sagenhafte 85 Jahre gehört Erich Schroer dem Verein an. Immerhin 80 Jahre sind es bei Theo Langela und 70 Jahre bei Heinz Thesing und Egon Hüning.

Rudolf Fölting wurde für 60 Jahre und Ralf Elting für 50 Jahre im Verein geehrt. Seit 40 Jahren gehört Ludger Olbing dem 1. FC Bocholt an, 30 Jahre sind es bei Heinz Mispelkamp. Für 25-jährige Mitgliedschaft wurden Wolfgang Westhoff, Bernd Nordmann und Ulrich Ehlting ausgezeichnet. 20 Jahre sind Niklas Enck und Jannik Strauß dabei.

Und seit zehn Jahren halten dem 1. FC Bocholt folgende Mitglieder die Treue: Heiner Doods, Jan-Hendrik Erkner, Linus Fahrland, Andreas Baumann, Luca Hölker, Igor Severin, Jochen Wüpping, Maik Bollwerk, Lennardt Aust, Christian Gurny, Ludger Fieker, Mohammed Omeirat, Calvin Brucks, Abbas Mehri, Joel Kampshoff und Hermann-Josef Küppers.

Bericht: Björn Brinkmann, Bocholter-Borkener Volksblatt (08.12.2019)