Friedel-Elting-Cup

- Donnerstag, 30.08.2018 00:08 Uhr | Lesedauer: 4 Minuten

Bundesliga-Nachwuchs in der Stölting-Arena

Die Liste der Spieler, die einst als U13-Junioren am Hünting um den Wanderpokal kämpften und wenige Jahre später eine erfolgreiche Profikarriere in Angriff nahmen ist lang und prominent. Ob Timo Horn (1. FC Köln), Leroy Sané (Manchester City), Julian Draxler (Paris St. Germain), Mo Dahoud (Borussia Dortmund), Max Meyer (Crystal Palace) oder Leon Goretzka (FC Bayern München), um nur einige zu nennen: Sie alle kickten einst am Bocholter Hünting, was die Jahr für Jahr hohe Qualität des Bocholter Traditionsturniers unterstreicht.

Und auch die Namen der in diesem Jahr in der Stölting-Arena vertretenen Clubs lässt erahnen, dass am kommenden Wochenende wieder einige künftige Profis und vielleicht sogar Nationalspieler in den Kadern der teilnehmenden Teams stehen. Angeführt wird das Teilnehmerfeld von Rekordchampion und Titelverteidiger Borussia Dortmund, das zuletzt zweimal in Folge den Wanderpokal in den Signal-Iduna-Park entführen konnte und somit erstmals in der nunmehr 15jährigen Geschichte des Friedel-Elting-Cups die Möglichkeit hat, den Henkelpott drei Mal in Folge und somit endgültig für sich zu gewinnen.

Dass der Weg für die von Tim Kirk trainierten Westfalen allerdings hart und steinig wird, belegt schon die Konkurrenz in der Gruppe A, in der sich der BVB mit dem SV Werder Bremen, FC St. Pauli, Rot-Weiß Oberhausen und dem FC Viktoria Heiden misst. Dass der BVB hier zweifellos gute Chancen auf den Viertelfinaleinzug besitzen dürfte, versteht sich von selbst, während auch dem SV Werder, der sich 2014 in die Siegerliste eintragen konnte, gute Chancen eingeräumt werden dürfen. Einen Selbstläufer für den Bundesliga-Nachwuchs aus Dortmund und Bremen erwartet Turnierorganisator Frank Nehling allerdings nicht. „Der FC St. Pauli und auch Rot-Weiß Oberhausen haben in den letzten Jahren stets sehr beachtliche Ergebnisse in Bocholt erzielt. Auch, wenn die Favoritenrolle in der Gruppe A auf den ersten Blick klar verteilt zu sein scheint, halte ich eine Überraschung in der Gruppe nicht für ausgeschlossen“, so Nehling, der dem FC Viktoria Heiden die Rolle des Züngleins an der Waage zutraut: „Realistisch betrachtet wird es für die lokalen Teams eher nicht für eine Viertelfinalteilnahme reichen, allerdings dürften ihre Ergebnisse bei den Abschlusstabellen eine möglicherweise entscheidende Rolle spielen.“

Von daher ist der Blick auf die U13 des 1. FC Bocholt nicht nur aus lokalpatriotischer Sicht interessant. Diese trifft in der Gruppe B auf den FSV Mainz 05, RB Leipzig, Fortuna Düsseldorf und den VfL Osnabrück. Gerade das Team aus Mainz, das in seinem Jahrgang bundesweit zu den Top-5-Teams zu zählen ist, dürfte auch einer der größten Herausforderer von Titelverteidiger Borussia Dortmund und damit auch als Favorit auf den Gruppensieg gehören. „Das ist schon eine tolle Truppe, die meiner Meinung nach auf jeden Fall den Weg in die K.O.-Runde finden wird“, so Nehling, der einen spannenden Kampf um das zweite Viertelfinalticket erwartet: „Fortuna Düsseldorf hat vor einigen Wochen eine extrem starke Visitenkarte hier hinterlassen, als es gegen unsere U13 testete. Dass das Nachwuchsleistungszentrum von RB Leipzig seit Jahren zu den Besten in Deutschland gehört, ist kein Geheimnis – und auch der VfL Osnabrück ist in den letzten Jahren immer näher an die großen NLZ herangerückt.“ Dass es angesichts der auf dem Papier übermächtigen Konkurrenz für den Gastgeber schwierig werden könnte, zu Toren und Punkten zu kommen, ist daher auch FC-Coach Alexander Arndt bewusst: „Wir möchten den Friedel-Elting-Cup auf der einen Seite als Highlight mitnehmen, bei dem es uns erlaubt ist, gegen Top-Gegner zu spielen. Auf der anderen Seite möchten wir aber auch die bestmögliche Leistung abrufen und schauen, wozu sie letztlich reichen wird.“

Die Gruppen A und B beginnen am Samstag um 10:00 Uhr und ermitteln die Teilnehmer an den am Sonntag stattfindenden Platzierungsrunden und K.O.-Spielen bis 14:15 Uhr, ehe im zweiten Abschnitt des Friedel-Elting-Cup ab 14:30 Uhr die nicht minder hochklassig besetzten Gruppen C und D ins Turnier eingreifen.

So wartet die Gruppe C mit dem FC Schalke 04 als Gruppenkopf mit einem weiteren Top-Favoriten auf. Die Elf um S04-Coach Fehmi Özdemir schickt sich an, den Friedel-Elting-Cup erstmals seit 2004 in die Knappenschmiede zu holen. Seinerzeit gewannen die Königsblauen bei der Premiere des Bocholter Traditionsturniers im Endspiel gegen Eintracht Frankfurt mit 5:3 nach Elfmeterschießen. Behilflich bei diesem Unterfangen könnte den Schalkern sicherlich ein gewisser Heimvorteil werden. Das Özdemir-Team kennt die Bedingungen am Hünting so gut wie kein anderes am Turnier beteiligtes Team, schließlich ist der S04 seit Jahren mit seinen U12- und U13-Junioren zum Trainingslager und zahlreichen Testspiel- und Leistungsvergleichen in Bocholt zu Gast. Dass es für die Königsblauen „auf jeden Fall reichen“ wird, „das Viertelfinalticket zu sichern“, steht für Nehling fest, während er „einen spannenden Kampf um Rang zwei in der Gruppe“ erwartet. „Eintracht Braunschweig ist im Vorjahr Fünfter geworden und verbesserte sich zuletzt kontinuierlich in der Abschlussplatzierung“, so Nehling, der den MSV Duisburg und Fortuna Köln ebenfalls keinesfalls chancenlos sieht. Das fünfte Team der Gruppe C stellt der VfL Rhede, der aus seiner Außenseiterchance analog zum Team des Gastgebers das Beste machen möchte.

Dieses gilt auch für das zweite Team des Gastgebers im Teilnehmerfeld. Die von Michael Hüser trainierte U14 der Schwatten stellt zwar das einzige Team des Jahrgangs 2005 beim diesjährigen Friedel-Elting-Cup, hat es aber auch mit einer immens starken Konkurrenz in der Gruppe D zu tun. Nominelle Favoriten auf den Gruppensieg scheinen die Teams von Borussia Mönchengladbach und des Hamburger SV zu sein, die sich ebenso wie das Team des Gastgebers mit JinJun Sports Dalian aus China und Rot-Weiss Essen messen. Dass gerade der Nachwuchs von der Essener Hafenstraße einer der Geheimtipps auf den Titelgewinn sein könnte, hat das von Marcel Poelman trainierte RWE-Team beim ebenfalls in Bocholt ausgetragenen GFL-Cup unter Beweis gestellt, als es den Rot-Weißen gelang, die u.a. aus Fortuna Düsseldorf und dem FC Schalke 04 bestehende Konkurrenz hinter sich zu lassen. „Insgesamt dürfte die Gruppe sehr, sehr ausgeglichen aufgestellt sein, wenn alle ihre Leistungen abrufen können“, so Nehling, der auch das eigene Team „nicht als völlig chancenlos“ ansieht.

Die Spiele der Gruppen C und D finden am Samstag von 14:30-18:40 Uhr statt, ehe das Turnier am Sonntagmorgen ab 9:00 Uhr mit den Platzierungsrunden fortgesetzt wird. Die Viertelfinals sind am Sonntag ab 11:20 Uhr terminiert, während die Halbfinals gegen 14:30 Uhr angepfiffen werden. Das Endspiel des 15. Friedel-Elting-Cup steigt um ca. 15:45 Uhr.