Vereinschronik

- Samstag, 05.12.2020 09:12 Uhr | Lesedauer: 2 Minuten

Das 3. Jahrzehnt (1921-1930)

Ein neuer Platz löste viele Probleme

Das Jahr 1920 war ein überaus wichtiges Jahr. Ein Sportplatz von 26.600 qm Größe wurde erworben. Mit Holzumzäunung, mit Kassenhäuschen und Trainingsplatz. Kein anderer Sportplatz am Niederrhein hatte diese Größe. Eingeweiht wurde die neue Super-Anlage am 08.05.1921. Die neue Sportplatzanlage lag inmitten der Reste des Birkenwäldchens, umrahmt von gärtnerischen Anlagen.

Für die gefallenen Mitglieder wurde ein Ehrenmal in Form eines gewaltigen Hünensteins errichtet. Auf marmorner Tafel wurden in Goldschrift die Namen der Helden verewigt. Links vom Eingang, an der Südseite, wurden zwei Tennisplätze angelegt.

An diesem 8. Mai 1921 erschien auch zum ersten Mal die Monatszeitschrift des Klubs. Auf sportlichem Gebiet wurde Hervorragendes geleistet. Fünf Senioren-Mannschaften, eine Alt-Herren- und zwei Jugend-Mannschaften hatten damals regelmäßigen Spielbetrieb. die 1. Jugend erkämpfte sich in diesem Jahr den Meistertitel des Bezirks. die 1. Mannschaft holte sich Pokale in Stadtlohn, Eichentak, Dieren und Rhede. Und zum ersten Mal wurde ein Fußballtrainer eingestellt.

In der neu gegründeten Tennisabteilung gab es damals innerhalb kürzester Zeit über 100 Mitglieder. Später gründeten diese Mitglieder eigene Klubs mit Namen "Casino" und "Grün-Weiß".

Die Einheit des Clubs wurde von kleinlicher Nörgelsucht und polterndem Unverständnis zernagt

Das Vereinsleben blühte in dieser Zeit, aber leider gab es auch etliche Quertreiber. In einer Festschrift zum 25jährigen Vereinsjubiläum heißt es über diese Opportunisten wörtlich: "Die Einheit des Clubs wurde von kleinlicher Nörgelsucht und polterndem Unverständnis zernagt". 1922 gelang es der Opposition Heinz Tillmann zu stürzen. Mit ihm ging Carl Küpper, der Kassierer, der über 20 Jahre der Vorstand angehörte. In der Not ließ sich Studienrat Adolf Wittenberg "breitschlagen", den Vorsitz zu übernehmen. Viele neue Vorstandsmitglieder, die aus der Opposition kamen, stellten bald darauf ihr Amt wieder zur Verfügung. Ihren großen Worten waren leider keine großen Taten gefolgt. Aus Verärgerung hatten vorher schon über 200 Mitglieder den Klub verlassen. Der "Bocholter Fußball-Club 1900" war in seiner schwersten Krise. Als sich weitere Schwierigkeiten einstellten, resignierte auch Adolf Wittenberg. Aber die Opposition war zerschlagen. Bei der Neuwahl des Vorstands kehrte Heinz Tillmann in sein Amt als Vorstandsvorsitzender zurück.

Langsam aber sicher wurde der Klub wieder zu alter Größe aufgebaut. Das 25. Stiftungsfest im Jahr 1925 wurde begeistert gefeiert.

Bau der Radrennbahn in der zweiten Ära Tillmann

In die zweite Ära Tillmann fällt der Bau der Radrennbahn am Hünting. Viele große Rennen wurden auf ihr ausgetragen. Leider wurde die Bahn selbst schnell ein Opfer wirtschaftlicher Krisen und mangelnder Möglichkeiten und Mittel zu fachmännischer Pflege. Schließlich verkaufte der Klub das Gelände an die Stadt Bocholt. Die Stadt baute schließlich am Hünting ein vorbildliches Stadion, zu dem der Architekt Paul Nießing die Pläne schuf.

In der nächsten Woche geht es weiter mit dem vierten Jahrzehnt.


Quelle: "Festschrift zur 90-Jahr-Feier des 1. FC Bocholt aus dem Jahr 1990"