"Deutschlands Elite in Bocholt"

vom 13.09.2011 Foto: Benjamin LenzEin Hauch von Bundesligaflair lag am Sonntag am Bocholter Hünting in der Luft. SV Werder Bremen, FSV Mainz 05, VfL Bochum, Alemannia Aachen und Hansa Rostock sind nur fünf der namhaften Klubs, die ihre U-13-Jugendmannschaft zum Friedel-Elting-Cup entsandten. Letztlich war es der FSV Mainz 05, der seiner Favoritenrolle gerecht wurde und in einem spannenden Endspiel Fortuna Düsseldorf mit 5:4 Toren nach Elfmeterschießen bezwang.

Der 1. FC Bocholt und VfL Rhede hielten in ihrer Gruppe zwar gut mit, konnten sich allerdings nicht für das Viertelfinale qualifizieren. „Für unsere Jungs ist es natürlich eine Riesenfreude, gegen solch große Namen spielen zu dürfen. Man hat in den letzten Tagen gemerkt, dass die Aufregung immer größer wurde und die Spieler richtig auf diesen Tag hingefiebert haben“, so Christian Stanik, Jugend-Geschäftsführer des 1. FC Bocholt und Mitorganisator des Friedel-Elting-Cups. Er bescheinigt den Teams zudem ein noch höheres Niveau als im vergangenen Jahr.

Für die Teilnahme am Friedel-Elting-Cup nahmen die Mannschaften teilweise weite Reisen in Kauf. Sechs Stunden Anfahrt am Vortag hatte der FC Hansa Rostock in den Beinen. „Natürlich war das anstrengend, aber wir fahren sehr gerne hier her, weil die Qualität der Mannschaften sehr hoch ist“, erklärt Hansas Jugendtrainer Frank Dowe. „Hier können wir uns mit anderen Leistungszentren messen und sehen, auf welchem Stand unsere Jungs sind. Wir achten in dem Alter dabei weniger auf die Mannschaftstaktik als auf die Individualtaktik. Uns ist also wichtig, dass sich jeder einzelne Spieler auf seiner Position richtig verhält“, so Dowe weiter. Trainerteam und Mannschaft von Hansa Rostock verbrachten zuvor einen ruhigen Abend und die Nacht in einem nahe gelegenen Hotel.

Für die Spieler des FSV Mainz 05 wurden Schlafmöglichkeiten bei Gastfamilien organisiert. So kamen viele Jugendspieler des 1. FC Bocholt in Kontakt mit den Nachwuchskickern des Bundesligisten. Sascha Meeth, Trainer der Mainzer, bescheinigte den Organisatoren optimale Bedingungen. „Für uns sind die Erkenntnisse aus so einem Turnier brutal wichtig. Schließlich kommt hier in Bocholt die Elite aus Deutschland zusammen. Dafür nehmen wir auch in Kauf, dass wir am Vortag nach unserem Meisterschaftsspiel noch drei Stunden nach Bocholt fahren“, sagt Meeth.

Ob die Zuschauer am Hünting vielleicht sogar den ein oder anderen zukünftigen Bundesligastar zu Gesicht bekamen, vermag er allerdings nicht zu sagen. „Man muss den Blick für die Realität behalten, der Großteil wird es nicht in die Bundesliga schaffen. Aber wenn ein Verein wie Mainz 05 alle drei Jahre einen Spieler wie André Schürrle herausbringt, hat sich die Arbeit gelohnt“, erklärt der Mainzer Coach. Die zehn Millionen Euro Ablöse, die Bayer Leverkusen an den Ligarivalen für den Nationalspieler überweisen musste, erleichtern noch heute die Arbeit in der Jugendabteilung des Bundesligisten. Alle Jugendtrainer der Mainzer stehen in regelmäßigem Kontakt zu Bundesligatrainer Thomas Tuchel. „Wenn wir zusammenkommen, hält er regelmäßig Vorträge über die Mainzer Spielphilosophie. Diese gilt es dann nicht nur bei den Profis, sondern auch bereits bei uns umzusetzen. Unsere offensive Spielweise ist also mit Thomas Tuchel genauso abgesprochen“, erklärt Meeth.

Die hiesigen Teams sammelten beim Friedel-Elting-Cup zwar wertvolle Erfahrungen, blieben aber letztlich sportlich weniger erfolgreich gegen die starke Konkurrenz. Die D-Jugend des Ausrichters 1. FC Bocholt musste sich sieglos aus dem Turnier verabschieden. Gegen den KFC Uerdingen, MSV Duisburg, VfL Rhede und VfL Osnabrück musste sich der Gastgeber jeweils geschlagen geben. Der VfL Rhede, kurzfristig für Waldhof Mannheim eingesprungen, erkämpfte sich neben dem Sieg im Derby noch ein torloses Remis gegen den KFC Uerdingen, war aber ebenfalls nach der Vorrunde nur noch Zuschauer. „Die anderen Teams spielen einfach noch schneller und sind auch technisch sowie vom Spielverständnis schon weiter als unsere Jungs“, so Mitorganisator Christian Stanik.

(Falko Schwetz, BBV, Ausgabe vom 13.09.2011)


Der 1. FC Bocholt dankt an dieser Stelle den vielen ehrenamtlichen Helfern und den zahlreichen Sponsoren, ohne die ein solch hochkarätig besetztes Turnier nicht zu stemmen wäre. Desweiteren gilt den Schiedsrichtern der FVN-Kreise 11, 10 und 8 ein großer Dank, die im Rahmen eines Schiedsrichter-Lehrgangs mit Guido Tenhofen den Friedel-Elting-Cup als Praxis-Einheit nutzten und sämtliche Partien im Gespann leiteten.

Stichwörter:
eingetragen von: Benjamin Kappelhoff