Unglückliches 1:2 im Derby

vom 21.08.2011 Foto: Benjamin LenzEine unglückliche 1:2 (0:1)-Niederlage setzte es am Sonntagnachmittag für den 1. FC Bocholt zum Start der Niederrheinliga-Saison 2011/2012 beim VfL Rhede. Der Gast vom Hünting präsentierte sich im heiß ersehnten Derby ordentlich und darf am Ende eigentlich nicht als Verlierer vom Platz gehen, besaß man schließlich genügend Möglichkeiten zum Ausgleich.

Giovanni Vaccarellos 1:2-Anschlusstreffer in der 88. Minute kam zu spät, nachdem Kevin Juch (24.) im ersten und Yannik Schwanekamp (81.) im zweiten Durchgang die Treffer für den VfL Rhede markierten. Zwischenzeitlich vergab Nico Andreadakis die Riesenchance zum 1:1-Ausgleich, als er in der 35. Minute einen an Giovanni Vaccarello verursachten Strafstoß einen Meter über das Tor setzte.

Das Lokalderby, das trotz sommerlichen Wetters mit rund 1.000 Zuschauern leider ein verhältnismäßig geringes Besucher-Interesse weckte, begann sehr zäh und plätscherte gerade die Anfangsviertelstunde dahin, als die Gastgeber das Heft in der Hand hatten, aber keine nennenswerte Torchance kreierten. Wie aus dem Nichts war es dann nach 18 Minuten Björn Bennies, der die erste Riesenchance hatte, aber nach Hereingabe von Vaccarello und Direktabnahme an VfL-Keeper Maik Welling scheiterte. Die erste richtige Chance der Hausherren sollte hingegen direkt das 1:0 bedeuten: VfL-Akteur Kevin Juch setzt sich hervorragend über die linke Seite gegen gleich mehrere FC-Spieler durch, sucht den Abschluss aus rund 10 Metern halblinker Position und trifft – leicht abgefälscht durch FC-Spielertrainer Sebastian Eul – zum 1:0 (24.). Keine zwei Zeigerumdrehungen später hat Giovanni Vaccarello die Riesenmöglichkeit zum Ausgleich, als er allein auf Welling zulaufend einen Heber zu hoch ansetzt, so dass dieser knapp über die Latte streicht (26.) – schade! Dieser Schock schien den VfL nun wachzurütteln, so dass dieser von nun an deutlich entschlossener zu Werke ging und konsequenter nach vorne spielte, während der 1. FC auf Konter setzte. Einer dieser Konter schickt in der 33. Minute erneut Vaccarello allein auf das gegnerische Tor, als er sich den Ball an Torhüter Welling vorbeilegt und von diesem eindeutig gefoult wird – klarer Elfmeter, den der das ein ums andere Mal etwas unsichere Schiedsrichter auch gibt. Nico Andreadakis konnte diese große Möglichkeit zum 1:1-Ausgleich allerdings nicht nutzen, geriet er beim Strafstoß zu sehr in Rücklage und verzog über den gegnerischen Kasten. Keine 60 Sekunden später ist es Jan-Niklas Schmänk, der nach einem klasse Konter gut bedient wird, den Ball aus spitzem Winkel aber nur an den Außenpfosten setzen kann. So ging es mit einem für die Gastgeber schmeichelhaften 1:0 in die Halbzeitpause.

Der zweite Durchgang sollte prinzipiell deutlich schwächer werden als der erste, so dass es 8 Minuten bis zur ersten Torchance brauchte. Giovanni Vaccarello zieht halbrechts in den Sechzehner und läuft auf Maik Welling zu, setzt seinen Abschluss aber zu unplatziert genau in die Arme des VfL-Schlussmanns. In den Folgeminuten sollte die Partie nur noch vor sich hinplätschern, so dass es bis zur 73. Minute dauerte, ehe wieder Torgefahr entstand, als Tobias Ladermann in höchster Not klasse vor Tim Elsinghorst klären konnte.

In der 81. Spielminute sollte sich FCs Fahrlässigkeit mit den eigenen Chancen endgültig rächen. Aus kurzer Distanz ist es Yannik Schwanekamp, der zum mittlerweile glücklichen 2:0 einschiebt. Zwei Minuten vor Ende der regulären Spielzeit sollte es dann aber doch noch mit einem FC-Treffer etwas werden, als Vaccarello eine Andreadakis-Hereingabe zum 1:2 vollstreckt (88.). Der 1. FC roch noch einmal Lunte und warf alles nach vorne, um zumindest mit einem mehr als verdienten Remis den Rückweg aus Rhede anzutreten. So besaß Björn Bennies in der Schlussminute noch einmal eine richtig gute Chance, als er auf Welling zulaufend erst in letzter Sekunde vom souveränen VfL-Torwart gestört werden kann. Der Schlusspunkt hingegen war unserer Nummer 1 Tobias Ladermann vorbehalten, der - in den gegnerischen Strafraum aufgerückt - in der Nachspielzeit die letzte Ecke knapp neben das Tor köpfte, woraufhin der Unparteiische abpfiff.

Insgesamt kann man von einem ausgeglichenen Spiel mit dem glücklicheren Ende für den VfL Rhede sprechen, in dem die Schwatten das Gros der Torchancen und mindestens einen Punkt verdient gehabt hätten. Jetzt gilt es, am kommenden Wochenende im ersten Heimspiel gegen die SF Baumberg den ersten Saisonsieg einzufahren. Die Leistung in Rhede macht zumindest Mut, dass dies gelingen kann.

Stichwörter:
eingetragen von: Benjamin Kappelhoff