Abseitstor in Rhede vertagt Meisterschafts-Entscheidung
vom 29.05.2011 Eine ungeheuer ärgerliche, am Ende aber sicher nicht unverdiente 0:1-Niederlage hatte am Samstag die D-Jugend des 1. FC Bocholt zu verzeichnen. Das Team verlor beim VFL Rhede am vorletzten Spieltag und ließ die Rheder mit dem FC gleichziehen. Somit ist man am kommenden Spieltag dazu verpflichtet, gegen den SV Brünen zu gewinnen, um dann ein Entscheidungsspiel um den Meisterschaftsgewinn in der Leistungsklasse auf neutralem Platz auszutragen.Das Spiel in Rhede begann mit einem Paukenschlag: Nach handgestoppten 27 Sekunden setzt Franziska Wenzel gut nach, trifft den Ball aber direkt vor dem gegnerischen Keeper nicht richtig, so dass der Ball aber vor den Füßen von David Schulte landet - aber auch David trifft den Ball nicht richtig, so dass ein Rheder Verteidiger auf der Linie für den bereits geschlagenen Torhüter retten kann. Wer weiß, wie das Spiel dann ausgegangen wäre... Im weiteren Verlauf plätscherte die Partie auf unglaublich schlechtem Rasenplatz nur so vor sich hin - beide Abwehrreihen ließen hinten nichts zu und entsprechend waren Highlights absolute Mangelware. Der 1. FC war, vor allem in der Anfangsviertelstunde, die leicht überlegene Elf, konnte aber zu keinem Zeitpunkt ihr eigentliches Spiel aufziehen und versuchte es viel zu häufig mit unkontrollierten langen Bällen nach vorne. So ging es nach einer von beiden Seiten extrem schwachen ersten Hälfte des Leistungsklassen-Spitzenspiels mit 0:0 in die Pause.
Auch im zweiten Durchgang schien es zunächst so weiterzugehen: Beide Teams neutralisierten sich in der Anfangsphase und das Spielgeschehen wollte heute anscheinend keinen Sieger zulassen - ein typisches "0:0-Spiel" eben. Dann die 36. Spielminute: Bei einem Konter des VFL spielt der Mittelfeldakteur einen Steilpass auf den schnellen Stürmer Mika, der aber ganz klar und für jeden - auch die VFL-Offiziellen - ersichtlich rund 3-4 Meter aus dem Abseits dem Zuspiel entgegenkommt. Der Pfiff des ansonsten ordentlich leitenden Schiris blieb zu Unrecht leider aus, und der VFL-Spieler lässt sich nicht zweimal bitten und schießt ins kurze Eck - das 1:0 für den VFL, zu dem Zeitpunkt überraschend. Die FCer entsprechend geschockt über den Rückstand, versuchten aber in der Folgezeit, das 0:1 zumindest noch in ein Unentschieden zu retten. Der Wille war da - doch die Mittel hierzu deutlich zu beschränkt. Es wurden zu viele Bälle im Mittelfeld verloren und 1 gegen 1-Situationen gingen häufig zu Gunsten der technisch stärksten Leistungsklassen-Elf aus Rhede aus. Auch fand der FC nie wirklich zu gepflegtem Kurzpassspiel, stattdessen ging es viel zu oft lang und weit nach vorne, was nicht nur wenig ansehnlich war, sondern auch ineffektiv und zu leicht für den VFL zu berechnen. Entsprechend kam der FC auch nur zu ganz wenigen Torchancen und daraus resultierende Standardsituationen (Ecken) wurden viel zu unkonzentriert ausgespielt - nichts zu sehen von der Standards-Stärke der Saison. Die beste Möglichkeit hatte in der Schlussphase noch Fabian Berntsen, der im Zuge der Schlussoffensive und nach verletzungsbedingtem Ausfall von Joel Wissen, nach vorne gezogen wurde, als er aus spitzem Winkel nur das Außennetz traf. Die große Chance zum Ausgleich per Freistoß vergab in der (in Anbetracht der Verletzungsbehandlung von Joel viel zu kurzen) Nachspielzeit Lukas Sagadin aus rund 14 Metern. Der VFL Rhede kam, wie nicht anders zu erwarten und einkalkuliert, zu zwei großen Konterchancen, bei denen unser Torwart Marius Teschke aber stark zur Stelle war und uns vor einem früheren "Knockout" bewahrten konnte. Am Ende sollte es beim 1:0 für den VFL Rhede bleiben, der damit nach Punkten mit uns gleichzieht, was in Anbetracht der Spielstärke des Teams und der starken Rückrundenleistung der Rheder sicherlich alles andere als unverdient ist - das müssen wir neidlos anerkennen.
Nächste Woche geht es am 22. und letzten Spieltag daheim gegen den SV Brünen, den es zu besiegen gilt, wenn der FC noch ins Entscheidungsspiel gegen den VFL Rhede möchte, das auf neutralem Platz angepfiffen würde.
eingetragen von: Benjamin Kappelhoff



