Unglückliche 1. Saison-Niederlage für FC-D1

vom 03.04.2011 Die erste Niederlage der Saison setzte es am 16. Spieltag der Leistungsklasse für die D1-Jugend des 1. FC Bocholt - saisonübergreifend war es sogar für eine FC-D1 die erste Pleite seit fast 17 Monaten (zuletzt im November 2009). Beim PSV Wesel, der auch schon in der Hinserie beim 0:0 am Hünting für die einzigen zwei Verlustpunkte der FCer gesorgt hatte, setzte es eine unglückliche 0:1 (0:0)-Niederlage.

In einem intensiven Spiel bei Traumwetter in Wesel verlief der erste Durchgang weitestgehend ausgeglichen, wenn auch hier der 1. FC mehr Torschüsse abgegeben hat. Dennoch kam der 1. FC zunächst nicht wirklich in die Partie, so dass vor allem die ersten 10 Minuten den Gastgebern gehörten, die aggressiver zu Werke gingen, während der 1. FC zu passiv agierte. Erst dann wachten die Schwatten auf und kamen wieder zu mehr Druck vor allem aus dem Mittelfeld heraus, in dem es in der Rückwärtsbewegung dennoch zu viele Lücken gab. Folge waren abgesehen von zwei guten Freistoßchancen durch Lukas Sagadin noch zwei, drei gute Möglichkeiten der Gäste aus Bocholt, die aber letztlich zu unplatziert geschossen waren und somit den PSV-Keeper vor keine allzu großen Probleme stellten. Dickste Chance zur Führung war sicherlich, als David Schulte einmal mehr seine Schnelligkeit ausspielen konnte, sich gut gegen einen PSV-Verteidiger behaupten und den Ball um den gegnerischen Keeper schieben konnte - die Bocholter hatten den Torschrei schon auf den Lippen, doch der Ball kullerte ganz knapp neben den Kasten der PSVer und auch Franziska Wenzel kam zu spät, um den Ball noch ins Tor zu bugsieren. Die einzigen wirklichen Torchance der Weseler im ersten Durchgang war ein Kopfball nach einem Eckstoß, bei dem kein Bocholter Verteidiger mit hoch stieg und wobei der Ball nur knapp über die Latte strich sowie eine abgeblockter Schuss des PSV nach individuellem Fehler eines FC-Verteidigers im Spielaufbau. Es ging mit einem sicherlich einigermaßen leistungsgerechten 0:0 in die Halbzeitpause.

Der zweite Durchgang gehörte dann den Bocholtern. Vor allem in den ersten 10 Minuten der zweiten Halbzeit ließ man die Gäste aus Wesel kaum in die eigene Spielfeldhälfte kommen und spielte mit viel Druck vor das gegnerische Tor. Daraus resultierten viele Standards für den 1. FC Bocholt, die aber an diesem Tag allesamt zu unplatziert waren und nicht wirklich für große Gefahr sorgten. Die beiden größten Möglichkeiten für die Gäste hatte jeweils Philipp Divis - einmal, als er aus rund acht Metern von halbrechts nach schöner Hereingabe von links nur das Außennetz trifft und nur wenige MInuten später, als Philipp nach einem von Fabian Berntsen getretenen Freistoß, den der gegnerische Keeper nur nach vorne klatschen lassen konnte, freistehend den Nachschuss über das Tor setzte. Weitere kleinere gute Möglichkeiten wurden auch in der Folgezeit liegen gelassen, dennoch agierte der 1. FC vor allem in der Schlussviertelstunde im Angriff mit zu wenig Durchschlagskraft und man merkte das Fehlen von gleich zwei etatmäßigen Stammstürmern schon deutlich - neben dem noch für einige Zeit ausfallenden Leon Booms musste auch David Schulte kurz nach der Halbzeitpause mit einer Oberschenkelverletzung ausgewechselt werden, quälte sich bis dahin aber mannschaftsdienlich rund eine Viertelstunde mit der Verletzung herum - ebenso wie Lukas Sagadin trotz eines Fingerbruchs alles für das Team gegeben hat. Aber dann kam es, wie es im Fußball manchmal so passiert. Wenn du vorne die Tore nicht machst, macht der Gegner auf einmal den Treffer aus dem Nichts... Rund sechs Minuten vor Schluss, als jeder schon von einem 0:0 ausgegangen war, oder mit einem eventuell entscheidenden Treffer für den FC gerechnet hatte, klärt der 1. FC einen Eckball nicht konsequent genug nach vorne bzw. zur Seite, sondern auf die Füße eines PSV-Akteurs, der den Ball einfach wieder nach vorne drischt. Diesen Ball verschätzt ein sonst einmal mehr höchst zuverlässiger FC-Innenverteidiger, tritt über den Ball, so dass plötzlich ein PSVer allein vor dem Tor von Marius Teschke auftaucht und den Ball am bis dahin ziemlich beschäftigungslosen FC-Keeper vorbeischieben kann - das 0:1 aus FC-Sicht wie ein Schlag ins Gesicht (55..), der Schock in den Gesichtern geschrieben. Dennoch bäumten sich die Gäste in der Folgezeit noch einmal auf und warfen alles nach vorne, um zumindest einen mindestens verdienten Punkt aus Wesel mitzunehmen. Doch der Fußballgott hatte etwas dagegen - und der Schiedsrichter? Einen von Philipp Divis direkt verwandelten Freistoß in der 58. Minute, bei dem der Gäste-Keeper nicht gut aussah, ließ der Schiedsrichter wiederholen - angeblich war die Partie noch nicht freigegeben. Das Prozedere der Wiederholung dauerte rund eineinhalb Minuten, dennoch nicht lang genug für den Schiedsrichter, die Mauer richtig zu platzieren. Philipp schoss den Ball in die maximal vier Meter weg postierte Mauer - kurz darauf war mit nur 25-sekündiger Nachspielzeit Schluss. Diese Tatsache machte die ohnehin ärgerliche Niederlage noch bitterer, wäre sicherlich noch was drin gewesen in angemessenen zwei, drei Minuten Nachspielzeit.

Fazit zur Partie: Zwar konnte die FC-D1 im Gastspiel beim PSV nicht das abrufen, was sie sonst zu leisten im Stande ist, dennoch wäre mindestens ein Punkt verdient gewesen, wie es auch Wesel-Coach Thorsten Rupsch nach der Partie fairerweise anerkannte. Doch Pech im Abschluss, ein mehr als unglückliches Gegentor sowie die nicht ganz ausreichende Durchschlagskraft im Angriff verhinderten einen Punktgewinn. So ist Fußball eben. Doch trotz der ersten Saisonniederlage bleibt der 1. FC weiter unangefochten an Tabellenplatz 1 der Tabelle mit dem immer noch komfortablen Vorsprung von drei Zählern. Von der Niederlage lässt sich das Team auf jeden Fall nicht beirren und in das Pech, das man in Wesel gehabt hat, wird sich durch Glück in den Folgespielen auch wieder ausgleichen. Spätestens in den Spielen gegen die direkt Konkurrenz um die Meisterschaft.

Dem spielstarken PSV Wesel, der meiner Meinung nach zumindest zwei Tabellenplätze zu niedrig platziert ist, an dieser Stelle noch viel Erfolg in den kommenden Saisonspielen. Mit derselben Einstellung wie am Samstag, wird der PSV auch unsere direkte Konkurrenz um die Meisterschaft noch ärgern.
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eingetragen von: Benjamin Kappelhoff