2:5! 1. FC taumelt Abstieg entgegen

vom 30.03.2011 Foto: Benjamin LenzDer 1. FC Bocholt bleibt im Tabellenkeller der Niederrheinliga stecken. Im Nachholspiel am heimischen Hünting gegen den direkten Konkurrenten um den Klassenerhalt 1. FC Viersen setzte es am Mittwochabend eine herbe 2:5-Pleite.

„Kampf und Leidenschaft" forderte Spielertrainer Sebastian Eul vor der so richtungsweisenden Partie von seiner Mannschaft. Er sollte bitter enttäuscht werden. Denn das, was seine Mannen da vor allem in den ersten 45 Minuten fabrizierten, hatte mit Abstiegskampf nur wenig zu tun und war, wie Eul nach Spielschluss feststellte, nicht ligatauglich. „Wir waren es heute nicht wert, das Trikot des 1. FC Bocholt zu tragen. So haben wir in der Liga nichts verloren. Offensichtlich sind wir nicht mehr in der Lage, den Hebel umzulegen“, sagte Eul Pressevertretern unmittelbar nach Abpfiff tief geknickt in die Mikrofone.

Nach zum Teil katastrophalen Abwehrschnitzern lag die Elf vom Hünting nach Treffern der Viersener Stephan Kern (8.), Mounir Ben-Moussa (17.) und Philipp Hilleke (18.) bereits nach nicht einmal 20 Minuten mit 0:3 hinten - und das vor eigenem Publikum in einer derart wichtigen Partie. Die einzige richtige Torchance der Gastgeber in Durchgang Eins hatte der A-Jugendliche Jan-Niklas Schmänk, der von Beginn an ran durfte und als einer der wenigen Normalform zeigte. Beim Stand von 0:1 luchst Schmänk Gäste-Torhüter Willing, der Probleme beim Zupacken am Sechzehner-Eck hat, den Ball ab, trifft mit dem schwachen linken Fuß aber das leere Tor nicht. Danach ergab sich der 1. FC seinem Schicksal und von Aufbäumen war spätestens nach dem 0:3 keine Spur mehr. Kaum Laufbereitschaft, mangelhaftes Zweikampfverhalten, Fehler im Spielaufbau und eine Körpersprache, die diese Bezeichnung eigentlich nicht verdient.

Die zweite Halbzeit hatte beinahe keinen sportlichen Wert mehr - die Gäste aus Viersen mussten, der 1. FC konnte nicht mehr ausrichten. Immerhin war eine Leistungssteigerung gegenüber der ersten Hälfte zu erkennen - diese Leistung zu unterbieten war aber auch kaum noch möglich. Zwar gewann der 1. FC endlich den ein oder anderen Zweikampf im Mittelfeld, was in Durchgang Eins beinahe gar nicht der Fall war, wirklicher Glaube und Wille, hier noch einen Punkt mitzunehmen, war aber nicht zu erkennen. Zu einigen kleineren Torchancen kam der FC aber dennoch, die größte besaß wohl Marc Beckert in der 63. Minute, den der Gäste-Keeper nur mit Mühe kurz vor der Linie parieren konnte. In der 80. Spielminute dann der Todesstoß durch Leonard Lekaj zum 0:4. Die Treffer durch die eingewechselten Giovanni Vaccarello (85.) zum 1:4 und Adin Alagic (90.) zum 2:5-Endstand waren nur noch Ergebniskosmetik. Zwischenzeitlich traf auf Seiten der Gäste Maurice Passage (89.). Dass Mitte der zweiten Halbzeit das Flutlicht auf der Gegengeraden ausfiel und die Partie im Halbdunkeln zu Ende gespielt werden musste, passte absolut ins Bild dieses rabenschwarzen Mittwochabends für den 1. FC Bocholt, der somit als Tabellen-Sechzehnter weiter in akuter Abstiegsgefahr steckt und den Anschluss an die gesicherten Ränge immer mehr verliert.

Entsprechend bedient war FC-Spielertrainer Sebastian Eul nach Spielschluss im Interview mit den Kollegen des BBV: „Jeder sollte sich mal hinterfragen, ob er alles gibt und seine Position überdenken“, fügte Eule hinzu und schloss sich selbst dabei auch nicht aus. „Auch ich muss meine Position überdenken. Wir müssen jede Möglichkeit für den Klassenerhalt in Betracht ziehen. Wenn es sich abzeichnet, dass es so nicht funktioniert, dann muss der Verein schauen, wie es weitergeht...“

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eingetragen von: Benjamin Kappelhoff