4:2 - 1. FC zeigt Moral gegen Tönisberg

vom 05.09.2009 Der 1. FC Bocholt bleibt in der Fußball-Landesliga weiterhin ungeschlagen. Die Elf von Trainer Ralf Bugla bezwang am Samstagnachmittag daheim die DJK VfL Tönisberg mit 4:2 Toren und beißt sich in der Spitzengruppe fest.

„Spitzenreiter“ skandierten die Bocholter Anhänger nach der erstmaligen Führung in der Partie am Samstagnachmittag gegen die DJK VfL Tönisberg und auch nach dem Spiel hörte man hier und da aus freudestrahlenden Gesichtern dieses so geliebte Wort. Spitzenreiter war der 1. FC Bocholt nicht weil der GSV Moers zeitgleich sein Auswärtsspiel bei SuS Dinslaken gewann und dank des besseren Torverhältnisses in der Tabelle der Fußball-Landesliga vor dem 1. FC Bocholt liegt. Sei’s drum: Viel wichtiger war den Anhängern des 1. FC Bocholt sicherlich der 4:2 (0:1)-Erfolg im vorgezogenen Heimspiel gegen Tönisberg. Und der hing lange Zeit an einem seidenen Faden und war beileibe kein Selbstläufer.

Genie und Wahnsinn lagen dabei im Bocholter Spiel dicht beieinander. Beispiel gefällig? Wie wäre es mit dem Bocholter Mittelfeldcrack Nico Andreadakis? Der brachte in der ersten Halbzeit wenig bis gar nichts zustande und bekam gegen seinen Gegenspieler Michael Schmitz keinen einzigen Stich. Dann aber zauberte der technisch versierte Andreadakis urplötzlich innerhalb von sieben Spielminuten zwei Anspiele aus den Hut, welche die Zuschauer verzückt aufschreien ließen. Und als dann noch Angreifer Adin Alagic diese beiden Zuspiele eiskalt an Gäste-Keeper Lars Bergner erst zum 2:2-Ausgleich und dann zur erstmaligen Bocholter Führung ins Tor bugsierte, kannte der Jubel der Bocholter Zuschauer (fast) keine Grenzen mehr.

Bis es soweit war, bot der 1. FC seinen knapp 400 Anhängern allerdings über weite Strecken recht fade Hausmannskost. Vor allem das Abwehrverhalten in der Anfangsphase ließ Schlimmes befürchten. Geprägt von Stellungsproblemen, mangelndem Engagement im Zweikampf und pomadigem und fehlerhaftem Aufbauspiel kamen die Gäste aus Tönisberg so manches mal gefährlich vor das Bocholter Tor. Nach nur fünf Minuten schlug es bei den Gastgebern auch schon ein, als der lange Tönisberger Stürmer Christian Ecken mit dem Hinterkopf den Ball über FC-Keeper Tobias Ladermann hinweg ins Tor verlängerte. Von diesem frühen Schock erholten sich die Gastgeber nicht und die wenigen ernst zu nehmenden Angriffsbemühungen blieben fast immer im Ansatz stecken. Zwei Ausnahmen gab es: Zum einen, als nach einem Torschuss von Adin Alagic der Abpraller vom Gäste-Keeper vor die Füße des freistehenden Giovanni Vaccarello landete. Der trat dann mehr über als vor den Ball und er trudelte aus sechs Metern Entfernung am Tor vorbei (35.). Und zum anderen, als Alagic nach tollem Zuspiel von Björn Bennies den Ball an die Unterkante der Latte donnerte (39.).

In der zweiten Halbzeit fand der 1. FC besser ins Spiel und glich sieben Minuten nach Wiederanpfiff nach einem tollen Solo-Lauf des eingewechselten Philip Bauer aus. Die Gäste zeigten sich davon nicht beeindruckt. Der starke Tönisberger Gülbey Yigitkurt nagelte den Ball mit einem Distanzschuss an das Bocholter Tordreieck (55.) und eine Minute später traf Andre Küppers zur erneuten Führung. Es folgte die tolle Co-Produktion von Andreadakis und Alagic. Und in der Schlussphase traf dann noch nach einem Konter erneut Philip Bauer zum 4:2-Endstand.

Und der hinterließ einen reichlich angefressenen Gäste-Trainer Michael Kremers. „Das wir so gnadenlos ausgekontert werden hätte ich nicht gedacht. Da sind wir selber schuld“, klagte Kremers. Sein Pendant auf Bocholter Seite, Ralf Bugla, sagte nach dem dritten Saisonsieg: „Wir standen lange neben den Pantoffeln und haben in der ersten Halbzeit unseren Rhythmus überhaupt nicht gefunden. Dann hat sich die Mannschaft aber ganz anders präsentiert und wir haben dann unsere Sache auch gut gemacht.“

(BBV-Artikel vom 7. September 2009)

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