5:6 nach Achtmeterschießen - Unglückliches Pokalaus in Rhede
vom 20.04.2010 In einem vor allem in Anbetracht der eigentlichen Qualität beider Teams schwachen Pokalspiel verlor die D1-Jugend des 1. FC Bocholt am Dienstagabend etwas unglücklich mit 5:6 nach Achtmeterschießen und zieht damit nicht ins Kreispokal-Halbfinale ein.Bereits in den Anfangsminuten zeichnete sich ab, dass sich beide Teams fast vollständig egalisierten und somit auf beiden Seiten kaum Torchancen vorhanden waren. Beiden Mannschaften gelang es nicht, mit sauberem Kombinationsspiel in die Begegnung zu kommen - stattdessen war jeweils nach dem spätestens fünften Anspieler Schluss. Viel zu sehr setzten die Rheder und die Bocholter auf lange Bälle in die Spitze und gepflegtes Kurzpassspiel fand beinahe gar nicht statt. Stattdessen war die Begegnung geprägt vom Kampf und Einsatz beider Teams, so dass man sich keinen Zentimeter schenkte - ansehnlich war das Ganze dennoch nicht. Außerdem waren bei beiden Mannschaften die Abstände zwischen den Mannschaftsteilen viel zu groß und im Mittelfeld klafften beiderseits riesige Löcher. Da aber beide Mannschaften mit diesem Manko leben mussten und trotz zigfacher Anweisungen der jeweiligen Trainer nicht in der Lage waren, dies zu korrigieren, hätte man eher meinen können, hier spiele der Kreisklassen-Siebte gegen den Kreisklassen-Achten. Doch wenn eine Mannschaft im ersten Durchgang ganz leichte Vorteile hatte, war es der 1. FC Bocholt, der nach einer Ecke in der 24. Minute durch einen Abstauber von Kai Ridder auch nicht unverdient mit 1:0 in Führung ging und die Führung bis zum Halbzeitpfiff des gut leitenden Schiedsrichters Daniel Hachtkemper verteidigte, da man über die vollen am Ende insgesamt 70 Spielminuten hinten sehr sicher stand und die Räume sehr eng machte.
Der zweite Durchgang hingegen ging an den Gastgeber VFL Rhede, der nun auch spielerisch etwas besser ins Spiel fand und die Unruhe im Team des Gastes aus Bocholt, der insgesamt fünf (!) vornehmlich Defensiv-Spieler im zweiten Durchgang verletzungsbedingt runternehmen und behandeln musste, auch in der 41. Spielminute zum bis dahin verdienten 1:1-Ausgleich nutzen konnte. Bei einer eigentlich schwach getretenen Ecke treten gleich zwei FC-Spieler am Ball vorbei, während der Dritte den Ball direkt vor die Füße eines am Sechzehner lauernden VFL-Spielers zum Torabschluss bereitlegte, der FC-Keeper Jason keine Chance ließ. Im Anschluss an den Ausgleich egalisierten sich beide Mannschaften aber wieder weitestgehend und es kam zu 2-3 Torchancen, doch eine wirklich dicke Möglichkeit erspielten sich weder der 1. FC noch der VFL. Wäre die Partie ein Meisterschaftsspiel gewesen, hätten beide Trainer somit nach 60 Minuten das absolut leistungsgerechte 1:1 unterschrieben. Da man aber nunmal im Viertelfinale des Kreispokals war, musste Schiri Daniel Hachtkemper eine zweimal fünfminütige Verlängerung anpfeifen.
Und am Spiel sollte sich auch hier nicht viel ändern. Man merkte beiden Mannschaften viel mehr noch stärker an, Angst zu haben vor einem vermutlich spielentscheidenden Fehler, so dass zunächst keine Tormöglichkeiten entstanden. Bis eine Minute vor Ende der ersten Verlängerungs-Halbzeit, als ein FC-Verteidiger einen Ball außen auf Höhe des eigenen Sechzehners unter Bedrängnis statt zu löschen direkt vor die Füße eines VFL-Spielers spielte, den er im Anschluss daran taktisch foulen musste. Den fälligen Freistoß blockt Kilian Küppers auf Brusthöhe mit angelegten (!) Armen, also eigentlich absolut ohne Absicht, da auch ohne die Arme der Ball keine andere Flugrichtung bekommen hätte, sondern gegen die Brust oder das Kinn geflogen wäre. Doch hier liegt der ansonsten souveräne Schiedsrichter das einzige Mal im Spiel verkehrt und entscheidet auf Freistoß für den Gastgeber aus aussichtsreicher Position. Und es kam natürlich, wie es kommen musste. Den recht hart vor's Tor getretenen Freistoß des VFL-Spielers bekommt ein Rheder Stürmer an den Oberkörper und FC-Torwart Jason wird auf dem falschen Fuß erwischt. Das 1:2 aus Bocholter Sicht, mit dem auch die Seiten gewechselt wurden. Der 1. FC warf nun natürlich alles nach vorne und agierte in den Schlussminuten der Verlängerung mit vier Stürmern. Doch das sollte sich auszahlen. Der gerade erst vor wenigen Sekunden wieder eingewechselte Peter Mayr setzt sich gut im Strafraum der Gäste durch, legt quer ab auf Elfadin Maksuti, der locker zum viel bejubelten 2:2-Ausgleich einnetzen kann. Dieser in den letzten 5 Sekunden des Spiels erzielte und einzige herausgespielte Treffer der gesamten Partie war in Anbetracht der Leistungen beider Mannschaften und des etwas fragwürdigen zweiten Gastgeber-Treffers wohl verdient.
So musste also ein Achtmeterschießen her, bei dem der VFL Rhede die besseren Nerven beweisen konnte und der 1. FC wie so oft in Achtmeterschießen mit leeren Händen nach Hause gehen musste, da auch das Glück nicht ganz auf FC-Seiten war. Beispielsweise beim ersten verschossenen FC-Achtmeter, der vom gut aufgelegten VFL-Torhüters Jan Kortstegge zwar abgefälscht wurde, aber dann unglücklich an die Unterkatte der Latte und von dort knapp vor die Linie prallte. Oder - nachdem auch FC-Torhüter Jason Olschewski einen Achtmeter gut parierte - beim letzten und entscheidenden verschossenen Versuch von Lukas Sagadin, der den Ball nur an den Innenpfosten setzte. Doch so ist im Fußball eben Elf- bzw. Achtmeterschießen: Eine Lotterie.
Glückwunsch an die stets fairen Sportskameraden nach Rhede, die ein immer spannendes, aber nie hochkarätiges Pokalspiel am Ende mit etwas Glück für sich entschieden und nun im Halbfinale auf die DJK TuS Stenern treffen. In diesem Sinne wünschen wir dem VFL viel Erfolg im weiteren Cup-Verlauf und sehen uns in drei Wochen, am 11.05.2010, im Meisterschaftsspiel am Hünting wieder.
eingetragen von: Benjamin Kappelhoff



