"Sympathie-Welle in ganz Deutschland": Zweite Liga Nord 1980/81
Ein Fußballverein macht eine Stadt bekannt
Im August 1980 – vor 30 Jahren – startete der 1. FC Bocholt in seine 2. und sehr erfolgreiche Saisonin der damaligen „Zweiten Bundesliga Nord“. Diese dramatische Spielzeit endete im Mai 1981 für unsere Mannschaft auf einem hervorragenden 12. Tabellenplatz und bedeutete doch den bitteren Gang zurück in die Oberliga, da der DFB beschlossen hatte, zur Saison 1981/82 die beiden Bundesliga-Unterhäuser zu einer eingleisigen Zweiten Liga zusammenzulegen.
Dieser Beschluss war aber zu Beginn der Saison noch nicht spruchreif und so legte die Mannschaft unter Trainer und FC-Urgestein Friedel „Tito“ Elting an den ersten 5 Spieltagen gleich los wie die Feuerwehr. Heraus sprang dabei für 3 Spieltage hintereinander die Tabellenführung in der 2. Liga!
Ein wahres Mammutprogramm lag vor der Mannschaft, da die Liga 22(!) Teams umfasste, was zu 42 Meisterschaftsspielen führte – oft auch unter der Woche. Bis zum 13. Spieltag mischte der 1. FC Bocholt damals in der Spitzengruppe mit und verabschiedete sich erst dann leider so langsam in Richtung Mittelfeld der Liga.
2. Spieltag, Sa, 09.08.1980:
SV Werder Bremen – 1. FC Bocholt 1:2 (1:1)
Zuschauer: 9.000
Schiedsrichter: Horst Winkler (Berlin)
Tore: 0:1 Jürgen Tänzer (2.) 1:1 Benno Möhlmann (16. Elfmeter) 1:2 Peter Müller (51.)
Der erste Höhepunkt war dabei sicherlich der unvergessliche und unerwartete 2:1-Auswärtssieg beim Absteiger aus der 1. Bundesliga, Werder Bremen. Alle mitgereisten Bocholter Fans und die damaligen Spieler und Betreuer werden sich auch heute noch gerne an diesen 2. Spieltag am 09. August 1980 erinnern. Jürgen Tänzer und Peter Müller trafen für
den 1. FC, während ein gewisser Benno Möhlmann zwischendurch per Elfmeter zum 1:1 ausgleichen konnte.

3. Spieltag, Sa, 16.08.1980:
1. FC Bocholt – RW Lüdenscheid 6:0 (3:0)
Zuschauer: 9.000
Schiedsrichter: Walter Eschweiler (Euskirchen)
Tore: 1:0 Peter Müller (22.), 2:0 Peter Müller (26.), 3:0 H. Alfes (42. Eigentor), 4:0 G. Busch (72. Eigentor), 5:0 Manfred Bockenfeld (87.), 6:0 Berni Korbel (90. Elfmeter)
Wer damals dachte, dass der Sieg in Bremen ein „positiver Ausrutscher“ war, wurde nur eine Woche später am Hünting eines Besseren belehrt: Zu Gast waren die Sauerländer von Rot-Weiß Lüdenscheid mit Trainer Günter Luttrop.
FC-Torjäger Peter Müller machte mit einem Doppelpack innerhalb von 4 Minuten fast schon alles klar. Sein herrlicher Volleytreffer aus spitzem Winkel zum 2:0 wurde einige Wochen später in der ARD-Sportschau zum offiziellen „Tor des Monats“ gewählt!
Lüdenscheid tat den Bocholtern dann noch den Gefallen, durch zwei Eigentore den FC-Sieg endgültig zu besiegeln.
Der damals 20-jährige Youngster Manni Bockenfeld und Berni Korbel stellten in der Schlussphase noch den verdienten 6:0-Endstand her. Damit war der 1. FC Bocholt nach dem 3. Spieltag Tabellenführer der 2. Bundesliga Nord!
Und FC-Präsident Gerd Clotten, der an diesem Tag runde 40 Jahre jung wurde, hatte ein hervorragendes Geburtstagsgeschenk erhalten.


5. Spieltag, Sa, 23.08.1980:
1. FC Bocholt – SG Wattenscheid 09 2:1 (1:0)
Zuschauer: 15.000 Schiedsrichter: Dieter Gabriel (Springe)
Tore: 1:0 Reinhard Maygl (37.), 1:1 Helmut Reiners (49.), 2:1 Manfred Bockenfeld (88.)
Das nächste Heimspiel – nur 1 Woche nach dem 6:0-Triumph gegen Lüdenscheid – musste Spitzenreiter 1. FC Bocholt dann gegen den damaligen Tabellenelften SG Wattenscheid 09 bestreiten.
Unter der Woche hatte man im Spitzenspiel bei Hannover 96 ein 1:1-Unentschieden erreicht, wobei FC-Torwart Dieter Ferner einen Elfmeter von Hannovers Dieter Schatzschneider halten konnte. So existierte in ganz Bocholt natürlich eine große Euphorie und es gab mit 15.000 Zuschauern entsprechend ein rappelvolles Stadion am Hünting.
Was von der Papierform gegen Wattenscheid also lösbar aussah, war am Ende doch ein hart erkämpfter Sieg mit dem erlösenden 2:1 erst zwei Minuten vor Spielschluss. Mit diesem Ergebnis hielt man bei 9:1-Punkten den Tabellenzweiten Alemannia Aachen (8:2 Punkte) knapp auf Distanz. Das „Bocholter-Borkener Volksblatt“ (BBV) berichtete
am darauffolgenden Montag von einer „Sympathie-Welle für den 1. FC Bocholt in ganz Deutschland“:





